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Am Freitag morgen berichten die News von schweren Unwettern / Starkregen an der Westküste, am Franz-Josef-Gletscher hat es die Brücke weggehauen wie ein Spielzeug.  https://youtu.be/wPf49aaomYI Im Waiho-River, der das angerichtet hat, hab ich vor wenigen Tagen noch die Wasserprobe für den Earthcache genommen und musste viele Meter weit durch das trockene Flussbett stiefeln. Zum Glück ist niemand zu Schaden gekommen (also außer der Brücke). Was ein Glück für uns, dass wir da schon durch waren, das hätte unseren ganzen Urlaub auf den Kopf gestellt, denn der Küstenhighway ist die einzige Straße weit und breit.

Für uns geht es nach einem letzten neuseeländischen Frühstück (Eier, Lachs) zum Airport. Der schicke neue A 350 bringt uns in ca. 12 Stunden nach Singapur.

Yoda kommt mit uns

Stealth required

Der 7-stündige nächtliche Zwischenstopp bringt uns unseren 1. (und bisher einzigen) Geocache in Asien ein: Im Transfer-Bereich des Changi-Flughafens, sogar im Terminal 3 gibt es einen hübschen (und sehr schwülen) Schmetterlingsgarten, in dem tatsächlich mit behördlicher Genehmigung ein Geocache versteckt ist.

Weiter geht es mit einem recht gemütlichen und leisen A 380.

 

Der landet dann am Samstag früh um 7 Uhr endlich in Frankfurt. Bis dahin haben wir ca. 33 Stunden auf Flughäfen und in der Holzklasse verbracht – uff.

Zu Hause schmeißen wir das Gepäck ab und radeln erst mal mit Tensing im Schlepptau zur Domäne einkaufen 🙂 .

Die Nachbearbeitung dieses Urlaubs wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Nur zwei Dinge vermissen wir nicht: das neuseeländischer Brot und das einlagige Klopapier.

Der Rest war grandios.

 

Kurzbesuch in CHCH

Da ist er nun, unser letzter Tag vor dem Heimflug. Wir räumen das Wohnmobil aus, verschenken fast alles übrig gebliebene an andere Urlauber oder stellen es in die Gemeinschaftsküche. Abwassertanks leeren und auf nach Christchurch.

Summit Street

Wir nehmen die Scenic Route über die Summit Street, die Route des  Crètes von Banks peninsula, die sich eng und kurvig hoch über Akaroa Harbour durch die Landschaft windet. Leider spielt das Wetter nicht so mit, wie wir uns das wünschen, aber immerhin sieht man was, wenn auch diesig. Eine tolle Straße!

Akaroa Harbour einmal komplett. Mit Kreuzfahrtschiff ?

Die Rückgabe des Sprinters verläuft fix und ohne Reklamationen, wir haben drop and go dazugebucht, kein Bock auf Autowaschen und putzen. Mit dem Taxi fahren wir zum vorgebuchten Motel, wo wir ein richtig schnuckeliges kleines Apartement beziehen. Mit Vollmilch ?, die kriegt man als vorgekühltes Fläschchen an der Rezeption in die Hand gedrückt, zu Auswahlt steht full, fat reduced und soy … für den Kaffee nach dem Aufstehen. 

Der Taxifahrer, Garry, hatte uns seine Nummer für weitere Fahrten gegeben, so haben wir also einen personal driver, der uns nach dem kurzen Einchecken wieder abholt und in der Innenstadt absetzt.

Nette Passantin
(New Zealand born)

Mit das erste was uns dort auffällt, sind Menschen, die auf großen grünen e-Scootern durch die Stadt sausen. Und ganz viele dieser Roller ???? stehen am Straßenrand, auf den Gehwegen herum. Huch ?. Lime heißt der Anbieter dieses free floating e-Scooter-sharing-Dienstes, oder wie man das nennen soll. Das wollen wir auch!

Gesagt getan, App runtergeladen, Mailadresse und Kreditkartennummer eingeklöppelt und schon flitzen auch wir durch Christchurch. Die Dinger sind ganz schön flott und haben eine irre Beschleunigung. Eigentlich muss man einen Helm tragen, macht aber eh keiner und wir fahren recht vorsichtig (Topspeed immerhin 25 km/h). Das macht voll Spaß ?? und man kommt natürlich viel weiter rum als zu Fuß. 

Nach der Probefahrt geht es aber erst mal im Botanischen Garten per pedes weiter. Christchurch gilt als die Gartenstadt Neuseelands, neben dem großen Botanischen gibt es zahlreiche kleinere Parks und Grünanlagen. 

Vor dem Botanischen Garten erinnert ein Meer an Blumen, Karten, Kerzen an den Anschlag des durchgeknallten Nazi-Australiers, der am 15. März 50 Menschen erschossen und zahlreiche verletzt hatte. Das hat natürlich auch uns sehr betroffen gemacht, in jedem Ort, den wir bereist haben, sind wir an kleinen, liebevoll gestalteten Gedenkstätten vorbeigekommen, wo die Neuseeländer ihre Trauer und Solidarität bekunden.

Wir haben jedesmal eine Weile innegehalten. So auch hier. Das geht einem schon unter die Haut ?. Und es ist ein würdiger Ort, fast im Schatten der uralten Baumriesen des Botanischen Gartens.

Hach diese Bäume, die machen mich immer feddisch. Wie sie da stehen, in all ihrer majestätischen Ruhe, mit teils Hunderten von Jahren auf dem Buckel, ich könnte diese Riesen stundenlang bewundern und anfassen. Treehugger nennt man das in Kanada ?.

Gigantische Douglasien, Zedern, Redwoods und Mammutbäume aber auch Prachtexemplare von Laubbäumen, einer schöner als der andere. Sie gedeihen im milden und eher feuchten Klima Christchurchs vortrefflich und fühlen sich sichtlich wohl. 

Der zweite und prägendste Aspekt der Stadt ist der Kontrast zwischen alt und neu, Zerstörung und Wiederaufbau: Am 22. Februar 2011 hat ein Erdbeben 80% des Stadtkerns zerstört, 185 Menschen kamen ums Leben (die meisten beim Einsturz eines Hochhauses) und viele konnten bis heute ihr Zuhause nicht wieder aufbauen.

Kunscht

Das Erdbeben hat tiefe Lücken in die Stadt gerissen, selbst heute, 8 Jahre später, wird die Innenstadt von zahllosen Baukränen überragt. Das Erdbeben ist irgendwie immer noch gegenwärtig, es prägt die Zeitrechnung der Stadt: Es gibt ein vor und ein nach dem Erdbeben. 

 

New Regent Street

Geparkt

Da wir nicht so recht wissen, wohin wir rollern sollen, folgen wir den Schienen der historischen Straßenbahn und landen so in der wieder aufgebauten Regent Street mit ihren hübschen pastelligen Fassaden. Wir finden ein sonniges Plätzchen, stellen die Scooter ab und trinken ein Bier – so wie es uns die App  vorschlägt ?.

Wenn die Tram hier durchfährt, ist das Sträßlein voll ? ??.

Dann rollern wir noch ein Stückchen, gehen fein Abendessen und lassen uns dann von Garry wieder ins Hotel kutschieren. 

Auch wenn es nur ein paar Stunden waren, wir haben den „Spirit“ dieser Stadt wohl ganz gut erfahren, mit unserem spontanen Miniprogramm und auch durch einige kurze Gespräche mit den sehr offenen und freundlichen Menschen hier in Christchurch.

Schöne Scherben, kein Wind und dann doch

So, das ist nun unser letzter „richtiger“ Urlaubstag. Und den wollen wir nochmal so richtig genießen. Das Wetter ist ein wenig anderer Meinung, es tröppelt, ist aber warm. Wir stapfen den steilen Fußpfad runter ins Städtchen (ich freu mich schon drauf, den nachher wieder hochzukeuchen ?) und prüfen den versprochenen Frankreichfaktor. In Bildern sieht das so aus: 

Frongraisch, Frongraisch

Ganz schön frankophil. Es leben auch noch 2 Familien in Akaroa, die auf die französischen Gründer zurückgehen, unter anderem die Familie Langlois. Die gestrige Schreibweise mit Apostroph (aus Wikipedia) sei falsch, erfahren wir heute.

 

Um 11 Uhr öffnet unser erstes Tagesziel, das Giants House. Ein „Skulpturengarten“ im Stil angelehnt an Gaudi – das hat uns neugierig gemacht. Für 20 $ each gewährt  man uns Eintritt in den „happiest garden on earth“ und gegen den Regen gibt‘s einen Regenbogenschirm zum Ausleihen.

Leute, dieser Garten ist der Hammer. Uuuunbeschreiblich. Und in der Tat waren wir so was von happy, happier geht kaum. Wir könnten über dieses Kunstwerk einen eigenen Fotoblog erstellen. Wir haben zusammen an die 150 Fotos gemacht, und können uns kaum entscheiden, welches nun die besten sind. Hier der Versuch eines best of.

Geschaffen hat dieses Wunder eine Künstlerin namens Josie Martin, die aber keinen Wikipedia-Eintrag hat, sehr zu Unrecht, wie wir finden.

Völlig geflasht und sehr happy verlassen wir diesen herrlichen Garten, in dem man sicherlich Tage verbringen muss, um all die zahllosen Details zu entdecken.

Aber um 13.00 steht schon der nächste TOP an, und auch der wird top! Ein dreistündiger Segeltörn mit Wildlife und History auf einer klassischen Yacht. Vor allem Volker ist sehr angetan, mal auf einer A Class Yawl, einem legendären Klassiker des Yachtbaus, (mit-)segeln zu können. 

Die Manutara

Das Schiff wurde 1946 entworfen, gebaut 1962 aus einem (!) Kauribaum und ein paar anderen Hölzern, null Kunststoff, alles Holz. Ray, der Besitzer ist mächtig stolz. Das Boot gehört nicht ihm, er gehört dem Boot, so erklärt er uns mit einem Augenzwinkern?).

2005 haben er und seine Frau in Auckland Haus und Hof verkauft, die Jobs geschmissen und sind mit der Manutara (und der Katze ?) los, um die Welt zu umsegeln. Gekommen sind sie bis Akaroa ? und dort aus Überzeugung geblieben. Ray erzählt weiter: „My wife separated, the cat emigrated, I stayed.   I miss the cat.“ Er lebt  weiter auf dem Schiff und bietet diese Segeltörns mit Naturbeobachtung an. 

Wir sind nur zu viert mit einem jungen kanadischen Pärchen an Bord und tuckern raus in den Akaroa Harbour (so heißt seit der Entdeckung durch Cook diese tief eingeschnittene Bucht/Sound).

Akaroa Wildlife

Sehr bald schon sichten wir die runden, schwarzen Rückenflossen der nur hier lebenden kleinsten Delfinrasse der Welt, der Hektordelfine. Weil die beiden Rückenflossen so ausschauen, nennt man sie auch Mickey Mouse Dolfins. Wie fahren vorbei an Salmon und Mussel-Farmen, sehr relaxten Fur seals (Seebären) und einer Kormorankolonie. Die Kormorane treffen wir später nochmal beim Fischen. 

Ray bringt das Boot fast bis zum Greifen nah an fantastische vulkanische Felsformationen, Grotten und Höhlen. Toll ist das.

Zum Greifen nah

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einziger Wermutstropfen: viel Segeln ist nicht, weil einfach keine gescheite Brise aufkommt.

Dafür weicht das trübe Wetter einem wunderschönen blauen Himmel.

Trügerisches Blau

Ray desillusioniert uns, das sei der Nor‘West Arch und ein untrügliches Zeichen für Sturm und schlechtes Wetter. Weit in der Ferne deutet er auf ein paar kaum erkennbare Wölkchen: Das sei der Böenkragen. In spätestens drei Stunden greifen die Wolken wie Finger über die Berge und 15 Minuten später sei das Unwetter in Akaroa ?. Hmmm. Er wird‘s wissen. Aber so wirklich mag man‘s nicht glauben.

Wir legen an, verlassen die Manutara und gehen ein Bierchen trinken. Herrlich ist es jetzt, blauer Himmel, Sonne, ein Idyll. 

Und dann beobachten wir in den nächsten 15 Minuten das hier:

Zeitraffer 15 Minuten

Zwischen Bild drei und vier fegt eine Sturmbö über den Kai, wie ich sie noch nicht gesehen habe (Volker verpasst das Spektakel, er ist drin zum Bezahlen ?). Man sieht sie förmlich heranrasen, Bäume biegen sich, Blätter und Staub fegen über mich hinweg, im nächsten Moment knickt der solide Stiel des Sonnenschirms am Nachbartisch um wie ein Strohhalm, Glas zerbricht, Stühle und Tische kippen um, ein einziger Aufruhr. Das haben wir natürlich nicht fotografiert, die Leute waren ganz doll erschrocken ???, auch wenn niemand ernsthaft zu Schaden kam.

Die Bö ist durch und es beruhigt sich wieder etwas , aber wir genehmigen uns drinnen lieber noch ein Bierchen ?, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Für Action anklicken

Das sollte es nun gewesen sein, ein wunderschöner und erlebnisreicher (vor-) letzter Urlaubstag ?. Wir stapfen den steilen Berg zum Campingplatz hoch, da ertönt ein inzwischen vertrautes hohes Gezwitscher: Fantails ??. Und als ob sie uns ein Abschiedsgeschenk machen wollen, ziehen gleich 5 oder 6 dieser entzückenden quirligen Vögelchen vor uns eine große Flugshow ab. Da muss man einfach mit der Kamera draufhalten, und es gelingen tolle Aufnahmen.

Fächerschwanz in voller Pracht

Am End schauen wir einfach nur fasziniert zu. Best Vögelchen ever, diese Fantails ??????. Und ein Silberauge mogelt sich auch noch ins Bild. Der Fantail ist Eindeutig nochmal unser Animal of the Day ❤️

 

Den Abend verbringe ich mit Schreiben, Volker räumt schon mal das Wohnmobil auf. Morgen gehts nach Christchurch und ein Highlight haben wir uns für unterwegs noch aufgehoben (gelle, Mike ?).

Türkisblaue Schönheit und Pacman

ohne Worte

Man mag über das riesige Urlaubercamp in Tekapo sagen was man will, die  Sanitäranlagen sind Spitze ?. Vor allem die Beschallung ???? 1A: zu den Klängen von Abba (The winner takes it all), den Bluesbrothers (Rawhide), AC/DC (Thunderstruck) und weiterer feiner Rockmucke lässt es sich fein duschen?. Nur der Hinweis auf die Sitzgewohnheiten ist etwas befremdlich. Wer macht denn sowas, etwa die ?? Ich kann das Kleingedruckte nicht lesen ?.

Wir packen unseren Kram zusammen und machen uns auf den stürmischen Weg, es bläst hier wie hastenichgesehen, mit Windstärke 7 bis 8 fegt der Wind über den herrlich türkisblauen Lake Tekapo und bringt Tussock (das sind die schönen gelben Grasbüschel) und Wasser in Wallung.

Lake Tekapo

 

Drei Elemente

Bevor wir Lake Tekapo Richtung Ostküste verlassen noch der obligatorische Besuch bei der Church of the good Sheperd. Und wenn‘s

Church of the good Sheperd

nur für den Cache ist. Um das schlichte Steinkapellchen wird ein großes Bohei veranstaltet. Auch jetzt ist es belagert, natürlich von … ???. Unfassbar. Auch um Teil 2 des „good sheperd-Arrangements“, der Statue eines Hütehundes (Collie) auf pompösem Steinsockel, scharen sie sich. Hoffentlich versteht das der Chinamann nicht falsch als Denkmal für’s Abendessen ?????. Jedenfalls ist eindeutig zu viel Trubel hier, also fix den Cache aus der Hecke geschnappt und ab auf die Piste.

Lecker, lecker

Die anfängliche Route entlang der 8 führt uns durch eine Prärielandschaft. Uschi kommen Bilder aus Montana im den Sinn. In Fairlie kehren wir für eine kurze Pause im Fairlie Bakehouse ein. So kurz nach dem Frühstück passt eigentlich nix mehr rein, aber wat mutt dat mutt ???. 

 

Unterwegs

Weiter geht‘s auf der 79 durch ein hübsches weites Valley mit vielen Rinder- und Schafherden nach Osten. Wir nehmen den kleinen Umweg über die Scenic Route 72, schön grün ist es hier und voll warm, 28 Grad. Auf der ganzen Strecke von 250 km kommen wir durch

River Rakaia

3, 4 Ortschaften, das war‘s. Nur 5 Millionen Menschen auf 270.000 Quadratkilometer, bei uns sind es 83 Millionen auf knapp 358 qkm, da braucht man nicht groß rumrechnen: wenn man nicht grad in der Eifel unterwegs ist, trifft man alle paar Kilometer wen (dafür ist es in der Eifel schön dunkel, siehe Beitrag von gestern Abend ⚫️?). Sehr scenic ist auch der Rakaia River, der sich nach dem gestrigen Regen wild und schlammig gibt.

Gleich beißt Pacman zu ??

Bald nähern wir uns den Ausläufern von Christchurch, das wir halbwegs weiträumig umfahren um zu Banks Peninsula, zu gelangen, dieser seltsamen Halbinsel, die wie die Warze auf der Nase der Hexe hier an der Ostküste der Südinsel prangt.

 

Man sieht ihr schon von oben auf der Landkarte an, dass da wieder Vulkane im Spiel waren. Vielleicht noch eine Verflossene des Taranaki?

Die Halbinsel ist sehr bergig, Kurve um Kurve und ein einziges steiles auf und ab. Tiefe Täler tun sich unter uns auf und dann plötzlich, um eine Biegung, bleibt uns mal wieder der Mund offen stehen ???: 

Blick auf Akaroa Harbour (so heißt das Maul von Pacman)

Ein wirklich atemberaubender Anblick. 

Hafen von Akaroa

Ein Weilchen später erreichen wir Akaroa und canceln auf dem Weg dahin den Plan, morgen per Fahrrad die Gegend zu erkunden: zu windig, zu kurvig und eng, zu steil, selbst für ein E-Bike ❌. Aber ein Träumchen. Vom Campingplatz aus blickt man auf das Städtchen und den Hafen, Segelboote schwojen in der Bucht, es fehlt nur noch ein wenig mehr Sonne.

Zum Ausklang noch ein wenig Historie: Akaroa macht einen auf Klein-Frankreich. Die Franzosen, genau genommen ein gewisser Herr mit dem bezeichnenden Namen L’Anglois, Walfänger von Beruf, reservierte sich hier 1838 auf wohl etwas dubiose Weise Land von den zerstrittenen Maori-Stämmen, reiste aber danach erstmal zurück nach Frankreich, um Geld zu besorgen, eine Firma zu gründen (und einen Termin bei seinem Steuerberater ?? auszumachen). Als er 2 Jahre später zurückkam, waren gerade mal 2 Tage vor ihm Briten angelandet und hatten ihm das Land vorvdet Nase weggeschnappt. So war Monsieur L’Anglois seinen Landbesitz los, bevor er ihn überhaupt hatte. Er blieb aber mit seiner Reisegruppe hier und gründete das Städtchen Akaroa, das heute noch (oder wieder?) großen Wert auf französisches Flair legt.

Das schauen wir uns morgen genau an und wir haben einen Cruise auf einer historischen Yacht gebucht ⛵️(toll! Da verbraten wir das zurück erhaltene Geld von Earth&Sky). Das sollte ein schöner letzter Urlaubstag werden. Donnerstag geben wir den Sprinter ab, Freitag geht der ✈️.

 

Menschen, Tiere, Sensationen

Mannomann, kaum 4 Stunden wach, könnten wir schon wieder Bilderbücher schreiben. Tun wir es doch einfach:

In der Hoffnung, doch noch einen Gelbaugenpinguin zu Gesicht und Kameralinse zu bekommen heißt es mal wieder früh raus. Schon die ca. 12 km Fahrt zum Shag Point verlaufen nicht ohne Unterbrechung: das untere Ende eines irre fetten Regenbogens ?, ein beeindruckendes Rindvieh ? und lauter entzückende Schäfchen ????????????? ….

Nur für die Pinguine sind wir wohl zu spät, die sind alle schon bei der Arbeit. Doch nein, zwei ?-Kinder haben sie zurückgelassen, eines kÖnnen wir noch in der Ferne erspähen.

Dafür erwarteten uns ganz in der Nähe unzählige Neuseeländische Seebären. Die großen Männer unten am Strand, die jüngeren Männchen und die Frauen oben auf der Wiese ?, zum Anfassen nah liegen sie da rum, schlafen oder dösen vor sich hin, wenn’s nicht grade irgendwo gejuckt hat, Dinge zu klären sind oder man die Nase mal in die frische Luft stecken will.

Für Action: anklicken

Besonders süß, wenn auch etwas weiter weg, der Kindergarten mit ca. 15 Jungtieren in einer ruhigen, geschützten Bucht, wo die Kleinen ungestört schwimmen, spielen und schlafen können.

Clever!

Diese Robben sind exzellente Langstreckenschwimmer und tauchen über 300 m tief. Weibchen haben ein Junges, das lassen sie regelmäßig für 2 bis mehrere Tage allein, wenn sie zur Jagd schwimmen. 

Seebären sind Ohrenrobben

Nach einer Stunde reißen wir uns los, denn heute Abend steht eine gebuchte Veranstaltung am Lake Tekapo an, das ist 270 km entfernt im Landesinneren. Außerdem knurren unsere Mägen, heute früh gab‘s nämlich nur ne Tasse Kaffee. Frühstücken wollen wir in Oamaru, das im Reiseführer als sehenswert beschrieben ist. Auf das was wir dann sehen, sind wir indes keinesfalls vorbereitet ????. Als erstes fallen uns die klassizistischen Bauwerke aus hellem Kalkstein auf und dann erspähen wir eine schräg aufgerichtete Dampflok. Schnell den Sprinter abstellen und genauer anschauen. Das Kuriositätenkabinett, das wir dann zu sehen bekommen, verschlägt uns die Sprache.

Steampunk Headquarter

Steampunk ist das Stichwort, das auch der Reiseführer gibt, doch der setzt voraus, dass man weiß was das ist. Wissen wir aber nicht ?. Nur werde ich das Gefühl nicht los, in ein Movie-Set von Jules Verne geraten zu sein. Und siehe da, das ist genau richtig, denn Steampunk ist Retro-Science Fiction, eine (literarische) Kunstform der 1980er Jahre, die eine abenteuerliche mechanistische Zukunft ausmalt, wie man sie sich  im viktorianischen Zeitalter vorgestellt hat. Also am End nix anderes als Jules Verne und später H.G. Wells.

Und wie es Leute gibt, die in ihrer Freizeit als Kelten oder Ritter oder Indianer rumlaufen, so lebt Oamaru in der Zeit um 1890. Komplett irre, was hier in der Harbour Street ein Sammelsurium an Kuriositäten zusammengetragen wurde. Wir stöbern und staunen ????. Hier eine kleine Auswahl.

Panoptikum

Danach müssen wir aber mal vorankommen, auf dem SH 83 düsen wir durch das breite Tal des Waitaki River, stoppen kurz bei Maori-Felsmalereien bzw. was davon übrig ist und schaufeln ein paar Kilometer.

 

 

In Omarama biegen wir auf den SH 8 ab, der uns nach Norden an die Rückseite des Cook-Massivs bringt. Aber alles ist heute wolkenverhangen, da brauchen wir die 11 km zum Lookout nicht hochfahren. Volker hält alle Nas lang an, denn schon der Lake Pukaki besticht mit seinen türkisblauen Wasser.

Lake Pukaki – Mt Cook ist leider nicht zu sehen

Hoffentlich hält die Sonne bis zum Lake Tekapo durch, damit er seine volle Schönheit zeigen kann. Außerdem brauchen wir einen klaren Abend ✊?✊?✊?

Und es kam leider anders. Voller Erwartung stapfen wir zum Earth & Sky Office. Irgendetwas werden die sich ob des Schmuddelwetters schon einfallen lassen. Pustekuchen … all canceled … refund … unsere Enttäuschung ist groß … also stapfen wir zurück. Ein zufälliger Blick nach oben haut uns um. Die Milky Way ist da. Nun aber nix wie ab zu unserem Camper, das Foto-Equipment holen; der Mond geht gleich auf und dann ist nichts mehr mit Milchstraße fotografieren. 

Statt der Church of the Good Shepherd vor dem Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre gelingt uns wenigstens ein guter Ausschnitt der Milchstraße, ehe der Vorhang aus Wolken zugezogen wird.

 

Ein kleines Stück Milchstraße

Zweimal Geometrie zum Anfassen und eine Einladung

Endlich mal ausschlafen? und ausgiebig frühstücken, bevor wir auf der kleinen, malerischen Küstenstraße entlang des glitzernden Ozeans mit seinem weißen, feinen, endlosen Sandstrand Richtung Dunedin fahren. 

Dort haben wir nur ein Ziel: die Baldwin Street, die steilste Straße der Welt. Wir haben viel Spaß on the way up ( natürlich liegt auch da ein Cache) und machen lustige Fotos.

Schräger wohnen

Aus Dunedin raus nehmen wir eine Abkürzung, die sich als wunderschöne Panoramaroute hoch über der Küste erweist. Herrliche Blicke.

Wieder auf dem SH 1 brausen wir nach Moeraki: wir wollten asap zu den Boulders, bevor die Flut sie überspült. Tja, und da liegen sie denn am Strand, wie graue Murmeln, die Riesenkinder achtlos liegen gelassen haben:

Moeraki Boulders

Viele sind schon wieder halb im Sand versunken, das Meer nimmt sich zurück, was es einst ausgeworfen hat. Aber ab und an legt es auch neue Kugeln frei. Wie viele mögen wohl noch in der Uferböschung verborgen sein.

Irgendwie wirken sie surreal, diese Kugeln aus versteinertem Meeresschlamm, in ihrer nahezu perfekten Symmetrie. Manche sind schon zerbrochen, von Hitze und Kälte, Sonne und Wasser, Ebbe und Flut zermürbt, liegen sie da wie zerbrochene dicke Eierschalen: Ob da ein Dinosaurier geschlüpft ist? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt: Haben Außerirdische diese Kugeln am Strand deponiert, oder haben die Maori recht und es sind Süßkartoffeln und Flaschenkürbisse eines gestrandeten Kanus (und die Klippen der Bootskörper).

Saturn – 3D-Puzzle – Dino-Egg – Ein neuer

Wie sie tatsächlich entstanden sind, haben wir nicht wirklich verstanden. Irgendwie scheidet sich um einen Kristallisationskern Material ab und das über Millionen von Jahren. Das muss ich zu Hause nochmal nacharbeiten, ist mir bei der jetzigen Urlaubsdemenz zu komplex.

Jedenfalls schon wieder ein  unvergesslicher Hingucker und man kann auch Spokes damit machen:

 

Turtle – das Animal of the Day ?

Wir schlendern noch ein wenig umher und richten uns dann auf dem Campingplatz ein. Von hier ist es nur ein Katzensprung bis zu Fleur‘s Place. 

Ganz hinten, in der Ferne

In dieser Wellblechbude verbirgt sich eines der besten Fischrestaurants der Südinsel und wir sind hier heute abend zum Essen eingeladen. Wie das? Es ist das Geburtstagsgeschenk von Beate, Claudia, Horst und Mike zu meinem (Uschis) 60., den ich ja irgendwie hier in Neuseeland schon die ganze Zeit feiere.

Blick von der Dachterrasse

Ein unvergesslicher Abend auf der Dachterrasse des Restaurants! Neben dem fantastischen Essen ??? ist es Höhepunkt des Abends, als sich Fleur zu uns setzt, wir erzählen die Geburtstagsgeschichte und plaudern eine ganze Weile.

Fleur stammt Vom Waitaki River nicht weit entfernt, hatte in ihrem Heimatort ein Restaurant und doch immer den geheimen Wunsch, einmal in Moeraki zu leben. Das verschlafene, idyllische Fischerdorf hatte es ihr angetan. Sie erkrankte vor einigen Jahren an Krebs, gab ihr Restaurant auf und beschloss, in Moeraki neu anzufangen. Am jetzigen Platz standen nur die Fundamente eines verfallenen Gebäudes, sie verkaufte Räucherfisch und Fischsuppe an einem mobilen Büdchen und ließ dann das „Haus“ hierher transportieren. Das ist in Neuseeland durchaus üblich: die aus Holz und Blech zusammengezimmerten Häuser lassen sich auf einem Tieflader recht problemlos von A nach B bringen. „To relocate“ nennt man das hier. Innen ist es shabby-chic in Perfektion, kaum ein Stuhl oder Löffel gleicht dem anderen und man merkt jedem einzelnen Teil an, dass es mit Liebe und Bedacht ausgewählt wurde. 

Fleur schätzen wir so auf Mitte siebzig, ihr Elan ist der eines jungen Mädchens. Sie würde ja gerne 7 Tage die Woche geöffnet haben, aber sie bekommt nicht ausreichend Personal, so ist Montag und Dienstag geschlossen. 

Wir genießen bei Dessert und Espresso die letzen Strahlen der Abendsonne, um uns kreischen die Möven, die Fischerboote schwojen in der Bucht unter uns, die perfekte Idylle.

Danke, danke und nochmal danke für diese grandiose Einladung!

Unzweifelhafte Erlebnisse

Mahlzeit ?

Heute müssen wir zu nachtschlafender Zeit um 6:30 aufstehen ?, das Frühstück fällt denn entsprechend frugal aus.

 

 

 

Doch schon die ersten Bilder des Morgens entschädigen für den Ausschlafmangel: Morgenstimmung über dem Lake Manapouri.

In vier warme Lagen Klamotte gezwiebelt sind wir an Bord eines großen Katamarans, der uns (und ein paar andere ?) zunächst an einen Westausläufer des Sees bringt. Dort wurde in den 1960er Jahren ein gigantisches Wasserkraftwerk gebaut: über einen ca. 10 km langen Tunnel durch Granitgestein wird das Gefälle zwischen dem Lake Manapouri (ca. 200 m über NN) und dem Doubtful Sound (NN) zur Stromerzeugung ?für ein Werk zur Aluminiumverarbeitung genutzt. Die Turbinen befinden sich 176 m unter dem Seewasserspiegel!

Im Zuge des Kraftwerkbaus hat man über den Wilmot-Pass (671 m) eine Straße zwischen See und Sound gebaut, eine der teuersten der Welt: schon damals kostete 1 cm ca. 2? ?. Das läppert sich auf ca. 26 km ganz schön zusammen. Dabei ist sie noch nicht mal asphaltiert.

Am Visitor Centre/Kraftwerk schnappen wir uns flott den bis dato südlichsten Geocache, den wir je gefunden haben ? und steigen dann in einen Bus, der uns über die erwähnte Gravelroad zum Doubtful Sound bringt.

Schwindelerregend ? führt das Sträßchen hoch über Flusstäler, vorbei an Wasserfällen, windet sich durch immer dichteren, undurchdringlichen Urwald. Obwohl wir mit 40 Mann in einem modernen Reisebus sitzen, fühlt man sich wie bei einer Expedition in die Wildnis. 

Blick vom Wilmot-Pass

Hinter dem Pass geht es mit 1 – 2 Meter Gefälle auf 5 Meter steil bergab. Schön langsam. Wir erhaschen einen ersten Blick auf den Sound, der majestätisch silbern glitzernd tief unter uns zwischen dunkelgrünen Bergen liegt. Das klingt pathetisch, genau so ist es!

Wir kommen in the middle of nowhere an, ein Spaßvogel hat Hinweisschilder aufgestellt: Achtung Schulkinder ??, ▶️ Milford Sound 120 km und ↗️ Golfcourse (2 hole) ???. Am Kai erwartet uns die Patea Explorer, mit der wir in den Doubtful Sound hineinfahren … besser gesagt hinaus, drin sind wir ja schon. Sehr langsam und leise gleitet die Patea dahin, wir sind natürlich auf dem Oberdeck, da hört man nur den Fahrtwind. Hier hinten im Sound ist es völlig windstill und absolut ruhig. Seefahrer bezeichneten so tief eingeschnittene Buchten oder Flusstäler zwischen hohen Bergen, in denen sie Schutz vor Wind und Wellen fanden. Heute wäre die korrekte Bezeichnung allerdings Fjord: Fjorde entstehen durch Gletscher (wir erinnern uns an die Schulzeit: U-Täler), Sounds durch Flüsse (V-Täler). Diesen Unterschied kannten die Entdecker des 18. und 19. Jahrhunderts nicht, für sie waren es Sounds, und die historische Bezeichnung blieb bis heute.

„Doubtful“ nannte James Cook den Sound, als er mit der Endeavour 1764 hier vorbeikam. Er war sich nicht sicher, ob er jemals wieder rauskäme … und segelte erst gar nicht rein.

Jetzt aber genug gequasselt, ihr wollt sehen wie es hier ausschaut.

Die steilen Hänge sind dicht bewaldet, aber leicht hat man es als Baum hier nicht: auf dem Grundgestein (Diurit, Gneis, Granit) wächst eine dicke Moosschicht, darüber Farne und in diesem Untergrund wurzeln

Schlafender 

die Mountain- und Silver-Beeches. Die Baumwurzeln sind ineinander eng verschlungen und geben so gegenseitigen Halt. Dieser Vorteil wird aber zum Verhängnis, wenn ein großer Baum durch Wind und Wetter den Halt verliert: er reißt seine Nachbarn ebenfalls los und im Schneeballverfahren rasen ganze Baumlawinen die Steilhänge herunter. Ausgelöst werden diese tree avalanches zumeist durch heftige Regenfälle. In Fiordland NZ kommt mit 7 bis 9 Meter pro Jahr fast doppelt soviel Regen runter wie im Amazonasbecken. Der Wald ist ein Regenwald, kein tropischer, ein Kalter oder Küstenregenwald. 

Das war jetzt schon wieder etwas lehrmeisterlich, aber Reisen bildet, wir möchten ja auch was lernen. Und in diesen Wäldern hat wohl noch nie ein Mensch seinen Fußabdruck hinterlassen ?, hier war noch nie jemand. 

Das absolute Highlight der Fahrt durch den Sound waren aber nicht die Bäume, auch nicht das  unerwartet schöne, trockene Wetter. 

Es waren diese wundervollen Geschöpfe, denen wir gleich zweimal begegnen:

Bottlenose Dolfins

Etwa 60 Bottlenose Dolphins leben hier, bis zu 4,50 m lange Tiere und wenn man Glück hat und sie haben einen guten Tag, begrüßen sie die Schiffe, spielen, springen, schwimmen ganz dicht vorbei. Hier drei animierte Bildchen (draufklicken) als kleiner Actionfilm in Dauerschleife ?, bis wir Peter Jackson Konkurrenz machen können, müssen wir noch üben.

   

Und genau das durften wir erleben, ich krieg schon wieder feuchte Augen, als ich das hier schreibe. Alle waren wir ganz glücklich, vor allem die zweite Begegnung in einer ganz stillen Bucht, der Captain stellt den  Motor ab und wir sehen und hören die Delphine durchs Wasser schießen, hochspringen, mit einem fröhlichen Bauchklatscher untertauchen und prustend am Boot vorbeischwimmen. Ich bin mir sicher, sie ziehen diese Show extra für uns ab. Noch einmal ganz dicht an uns vorbei, und weg sind sie.

Ich weiß nicht, warum gerade Delfine uns so verzaubern, alle an Deck waren völlig ergriffen und sehr, sehr glücklich über diese Begegnung ☺️?. Und ich bin mir  sicher, das ist das Animal of the Holiday ?.

Da können die neuseeländischen Seebären sich noch so im Wasser tummeln oder auf ihrem Felsen räkeln, gegen die Magie eines Delfins kommen sie nicht an.

Ein letzter Höhepunkt, auch im wörtlichen Sinne, war der kurze Fotostopp auf dem Wilmot-Pass.

Voller Eindrücke kommen wir via Schiff/Bus/Schiff gegen 15 Uhr wieder in Manapouri an.

Nun reicht‘s, so viel Schönes kann der Mensch ja gar nicht verarbeiten und so beginnen wir unseren morgigen Fahrtag schon heute und fahren via Ostküste. Das ist der Gesamtplanung geschuldet, passt aber auch prima, weil wir so hoffentlich dem für morgen angekündigten Schietwetter entkommen. Vor allem aber haben wir morgen um 17 Uhr einen äußert dringenden Termin in Fleur‘s Place in Moeraki ?. Den dürfen wir keinesfalls verpassen.

Unbehelligt von weiteren landschaftlichen Höchstleistungen bügeln wir also am Nachmittag quer über fast die komplette Südinsel von Westen nach Osten ??(?). Unser Ziel ist Taieri Beach, dort wo die traumhafte beach road am Pazifik vor Dunedin beginnt – ein Geheimtipp von Mike und Beate?. Noch ein wenig Ostküstensonne, ein Bad im Pazifik, eine laue Spätsommernacht … was einem so vorschwebt ?.

Der Campingplatz hat was von Whangamomona Camp ?. Das putzige Office wird von 4 schicken chicas ? bewacht, der Inhaber ist ordentlich angeschickert, Teile des Platzes dienen als Wertstoffhof und im loftigen Ladies-Loo kann man die verblichene Insektenfauna ????? der letzten Jahre studieren, feinst eingesponnen. Das ist aber auch das einzige Netz ? hier, keine Balken ?, kein WiFi. Wir sollen reden und lieb zueinander sein ?. Ich mag diesen Platz ?. 

Impressionen

Doch da wäre dann noch die Sache mit der Außentemperatur, von wegen laue Nacht. Frisch isses hier ?. 14,5 Grad Luft- und angeblich genauso wenig Wassertemperatur, laut Volkers Zehensensor 17. Das hält uns natürlich nicht davon ab, am beach zu sitzen und auf‘s Meer zu schauen, wo wir doch extra über die ganze Insel … und überhaupt sitzt man zu selten auf einem Driftwood im weißen Sand und schaut auf die Wellen. Oder schreibt Blogs.

Strand-Blog

Währenddessen hat Volker eine äußerst erfolgreiche Fotosession mit zwei neuseeländischen Austernfischern. Heidi Klum wäre neidisch ?.

AoD? Oder Animal of tomorrow? Ich blick nicht mehr durch nach diesem Tag

Dank der Beflaggung mit einem Küchenhandtuch (Motiv: ? und ?) finden wir den Trailhead des kurzen Pfads zum Platz zurück und frösteln jetzt noch ein wenig vor uns hin ?. Und lutschen die 2 Balken mobile Coverage für diese Zeilen und Bilder aus. Was ein geiler Tag !

Glühende Würmchen, Kepler, Robin und die Wolke

Boah ??, schon wieder um 7 Uhr aufstehen. Das ist ja untergrottig! Nach einem Tässchen Franz Josef sieht alles schon viel besser aus.

Stichwort untergrottig: das wird auch unser Vormittag. Wir fahren nämlich mit dem Schiffschebootsche zu einer Höhle und gucken ?-Würmchen. Die gibt es in NZ an vielen Stellen, wir haben es irgendwie nie geschafft, abends nochmal hinzukommen. Diese hier leben in der Grotte, da isses auch Tags dunkel genug ?. Es sind nicht die Europäischen Leuchtkäfer, bei denen leuchten die Männchen auf der Suche nach ihrer ?-Dame. Neuseeländische Glowworms sind Mückenlarven, die mit dem Leuchten Futter anlocken. Sie sondern zudem klebrige Fäden ab, in denen sich ihre Opfer verfangen, ähnlich wie Spinnen ihre Beute fangen, daher ihr Name Arachnocampa luminosa. Für die BiologInnen: funktionieren genau wie die unsrigen ?.

Fahrtwind

 

Soviel zur Theorie. Die Praxis war mal wieder UMWERFEND. Die schnittige Fahrt mit der kaum besetzten Luminosa über den See, ringsum die Berge im Morgengrau.

Nach ca. einer halben Stunde waren wir da und gleich gings ab in die Höhle. Im karstigen Gestein aus überwiegend Kalkstein sickert Wasser durch Spalten und Ritzen und bildet einen unterirdischen Fluss, den Tunnel Burn, der über Jahrtausende ein gigantisches Höhlensystem geschaffen hat, von dem wir jetzt einen winzigen Teil sehen.

Die Höhlen galten lange als Hirngespinst der Maori, deren Sagen von der Höhle des wirbelnden Wassers erzählten. Keiner glaubte an ihre Existenz, einem einsamen Spinner ist es zu verdanken, dass wir da heute reinkonnten: Lawson Burrows suchte drei Jahre die Küste des riesigen Lake Te Anau ab, folgte jeder Bachmündung, bis er schließlich den Eingang zum gigantischen Höhlensystem fand.

Aber schon auf diesen paar hundert Metern macht die Höhlen ihrem Maori-Namen alle Ehre: es rauscht, tost, brodelt, glasklare Wasserfälle stürzen metertief herunter, es gurgelt in „potholes“, beruhigt sich mal kurz, um durch die nächste Felsspalte zu schießen, dem Tageslicht entgegen. Großartig.

Und schon gleich nach dem Eingang (da musste man sich reichlich ducken) vereinzelte bläuliche Lichtpünktchen über und um uns, die Glowworms. Dann kommt das Highlight: wir steigen in ein wackeliges Bötchen, es ist stockefinster und es setzt sich in Bewegung, weg vom tosenden Bach. Es wir ganz still und über uns nimmt das Leuchten zu. Wie ein Sternenhimmel, wunderschön. Man wagt kaum zu atmen, so gleiten wir lautlos unter diesem  unwirklich anmutenden Mini-Bio-Spotlights dahin.

Unser Höhlenguide zeigt und danach auf dem Rückweg mit de Taschenlampe noch Einzelheiten, die Larven selbst, die Fangfäden (die sind auch schon eine Schönheit für sich … also die Fäden, die Larven sind eher ?). 

Weil man natürlich nicht fotografieren darf, haben wir was aus dem Internet rausgesucht (das ist uns auch nicht hold, Wikipedia streikt wegen neuer EU-Gesetze ?), es gibt aber nicht wirklich wieder, was wir gesehen haben, nur so ungefähr.

Das war mal wieder *hach*. Volker würde sagen „won‘t miss“.

Und die Glowworms sind dann natürlich auch das Animal of the Day.

Wir stellen danach wenige Kilometer weiter den Campervan ab und machen eine kleine Wanderung auf dem Kepler Track. Der führt in einer 3 bis 4 Tages-Wanderung rund um die gleichnamige Berggruppe. Wir laufen nur wenige Kilometer, finden dabei einige Tupperdosen und begegnen mal wieder einem (nein, sogar zwei!) der „friendly forest birds“, dem Robin oder Toutouwai. Er hat sich sehr für Volkers Wanderschuhe interessiert und kam uns sowas von nah … irre. Daher kriegt das Kerlchen nun auch zum zweiten Mal die Auszeichnung Animal of the Day. Hübscher als ein Glowworm ist er allemale.

Wir treffen unterwegs einen netten Herrn aus Auckland: 73, Rentner, Frau Holländerin, 2 Kinder, 2 Enkel, Tochter Ärztin, ledig, single, keine Kinder, wohnt ganz im Norden, Sohn hat Kneipe in ehemaliger Kirche  in Manapouri ?, er besucht ihn, Frau ist schon wieder heim. Ratet mal wo wir abends essen gehen ??.

Schon wieder Mittelerde

Farn ohne Ende

Lothlorien, Fluss Anduin

Vorher aber auf dem Weg nach Manapouri noch zwei Geocaches, einer am Drehort einer  Szene von Lord of the rings mit toller Aussicht auf den Fluss Anduin, der in echt Waiau River heißt. Wie gestern schon gesagt, dass müssen wir uns alles noch mal anschauen, und wir werden es mit ganz anderen ?? sehen.

 

Grünzeug

In Manapouri auch ein sehr schnuckeliger und liebevoll gestalteter Campingplatz.

Wir gehen am nahen Strand (Fraser’s Beach in der Nähe von … haltet euch fest … Pearl Harbour ?) erst mal ne Runde schwimmen (das wird noch zum Badeurlaub hier ?).

 

Doch dann weckt eine sehr seltsame Wolke unsere Aufmerksamkeit:

Unten rechts ist auf Drama getrimmt !!!

Von Atompilz über Chemiewerksexplosion kommen wir letztlich auf einen Vulkanausbruch. Wir waren wirklich etwas besorgt ?. Aber weder die Nachrichten bringen was, noch irritiert es die Einheimischen, denen wir die Bilder zeigen. Das sei wohl ein Vulkan, das könne schon mal vorkommen. Aotearo: das Land der Blumenkohlwolke ?☁️☁️☁️. Andere Länder, andere Wolken.

In der Church (siehe oben) kriegen wir ein reichliches, leckeres, bodenständiges und preiswertes Essen und unterhalten uns nochmal mit Papa Riggs … wirklich eine super sympathische Begegnung und Gespräche über Gott und die Weltbund das Leben …

Jetzt aber nix wienin die Koje. Morgen müssen wir … rischdisch … früh raus.

Das Glück der (Mittel-) Erde

Für unsere „follower ?“: sorry für das späte update, irgendwas hat bei WordPress/Strato geklemmt. Mein Held hat es repariert (er hat zwar keine Ahnung WIE, das ist aber völlisch Wurscht. Er wusste wenigstens WO!)

Reiten in Mittelerde. *hach*.

??????

Das haben wir von langer Hand geplant. Die mit der Vorfreude verbundenen Erwartungen wurden wahrlich überfüllt. Einfach super schön, schwer in Worte zu fassen. 

 

 

Bedienelemente und Sonderausstattung

Wir haben bei High Country Horses den Rees River Trail über 2,5 Stunden gebucht. Volker bekommt als „unexperienced“ den äußerst gutmütigen (und verfressenen) Riley und Uschi als best experienced (A-Level) den „Big Armchair“ namens Quiz zugeordnet. Wir sind mit einem jungen Paar aus Texas zu viert plus unserem Guide Shaun, eine schöne kleine Gruppe ?.

Die Landschaft ist mit den malerischen Blicken auf die ⛰ ⛰ ⛰ atemberaubend.

Ohne Worte

Wir reiten im Schritt durch lichten buschigen Wald, sehr viel auch im breiten, zu dieser Jahreszeit überwiegend trockenen Flussbett des Gletscherflusses Rees, häufig auch durch‘s Wasser – einfach toll. Bei bloß 10 Grad Wassertemperatur meistern die Pferde das absolut cool. Riley bleibt denn gerne mal zum Trinken stehen. Im Grünen wiederum ist kein Strauch vor ihm sicher. Volker soll, aber kann dies nicht verhindern. 

Mitten im weiten Flussbett machen wir halt, und Shaun erläutert uns die verschiedene Szenen aus Lord of the Rings, die in der Gegend um Glenorchy/Paradise gedreht worden sind, unter anderem Isengard.

Wir müssen uns die Trilogie unbedingt daheim nochmal reinziehen. Für Volker wird’s dann spannend, als Shaun die Gruppe zum Traben (short run, second gear) animiert. Ordentlich festhalten, heißt es. Für uns beide ein super, super (und für Volker zudem ein sehr lehrreiches) Erlebnis – won‘t miss!!!

 

Natürlich ist uns unterwegs auch das Animal of the Day begegnet, und zwar gibt es heute gleich 2 davon. Zum einen die Paradise Ducks, er mit schwarzem Kopf, sie mit weißem. Man sieht sie immer als Paar, sie bleiben ein Leben lang zusammen. Auch wenn er/sie schon erschossen wurde bleibt sie/er an seiner/ihrer Seite. Das hat fast zur Ausrottung geführt, die sind nämlich sehr  lecker. Und dann liefen uns noch zwei Virginian Whitetails über den Weg, die uns aus einiger Enfernung neugierig beäugten.

Die Pferde kriegen noch ein paar Äpfel zum Abschied und wir machen uns wieder on the road: Es geht wieder gen Westküste. In Te Anau und Manapouri werden wir die nächsten Tage verbringen. Schon von ferne dräuen Wolken über den Fjordlands, hilft nix, bei 330 Regentagen pro Jahr erleben wir halt genau den typischen Zustand ??. Vielleicht linst ja doch mal die Sonne durch??⛅️?. 

Der Campingplatz in Te Anau ist zwar ?-teuer, aber überaus gemütlich. Hyggelig. Da das Programm der nächsten Tage sehr stramm wird, kaufen wir noch ein paar Vorräte ein und fassen dann, wie jeden Abend, den Tag hier für euch und uns zusammen.