Glühende Würmchen, Kepler, Robin und die Wolke

Boah ??, schon wieder um 7 Uhr aufstehen. Das ist ja untergrottig! Nach einem Tässchen Franz Josef sieht alles schon viel besser aus.

Stichwort untergrottig: das wird auch unser Vormittag. Wir fahren nämlich mit dem Schiffschebootsche zu einer Höhle und gucken ?-Würmchen. Die gibt es in NZ an vielen Stellen, wir haben es irgendwie nie geschafft, abends nochmal hinzukommen. Diese hier leben in der Grotte, da isses auch Tags dunkel genug ?. Es sind nicht die Europäischen Leuchtkäfer, bei denen leuchten die Männchen auf der Suche nach ihrer ?-Dame. Neuseeländische Glowworms sind Mückenlarven, die mit dem Leuchten Futter anlocken. Sie sondern zudem klebrige Fäden ab, in denen sich ihre Opfer verfangen, ähnlich wie Spinnen ihre Beute fangen, daher ihr Name Arachnocampa luminosa. Für die BiologInnen: funktionieren genau wie die unsrigen ?.

Fahrtwind

 

Soviel zur Theorie. Die Praxis war mal wieder UMWERFEND. Die schnittige Fahrt mit der kaum besetzten Luminosa über den See, ringsum die Berge im Morgengrau.

Nach ca. einer halben Stunde waren wir da und gleich gings ab in die Höhle. Im karstigen Gestein aus überwiegend Kalkstein sickert Wasser durch Spalten und Ritzen und bildet einen unterirdischen Fluss, den Tunnel Burn, der über Jahrtausende ein gigantisches Höhlensystem geschaffen hat, von dem wir jetzt einen winzigen Teil sehen.

Die Höhlen galten lange als Hirngespinst der Maori, deren Sagen von der Höhle des wirbelnden Wassers erzählten. Keiner glaubte an ihre Existenz, einem einsamen Spinner ist es zu verdanken, dass wir da heute reinkonnten: Lawson Burrows suchte drei Jahre die Küste des riesigen Lake Te Anau ab, folgte jeder Bachmündung, bis er schließlich den Eingang zum gigantischen Höhlensystem fand.

Aber schon auf diesen paar hundert Metern macht die Höhlen ihrem Maori-Namen alle Ehre: es rauscht, tost, brodelt, glasklare Wasserfälle stürzen metertief herunter, es gurgelt in „potholes“, beruhigt sich mal kurz, um durch die nächste Felsspalte zu schießen, dem Tageslicht entgegen. Großartig.

Und schon gleich nach dem Eingang (da musste man sich reichlich ducken) vereinzelte bläuliche Lichtpünktchen über und um uns, die Glowworms. Dann kommt das Highlight: wir steigen in ein wackeliges Bötchen, es ist stockefinster und es setzt sich in Bewegung, weg vom tosenden Bach. Es wir ganz still und über uns nimmt das Leuchten zu. Wie ein Sternenhimmel, wunderschön. Man wagt kaum zu atmen, so gleiten wir lautlos unter diesem  unwirklich anmutenden Mini-Bio-Spotlights dahin.

Unser Höhlenguide zeigt und danach auf dem Rückweg mit de Taschenlampe noch Einzelheiten, die Larven selbst, die Fangfäden (die sind auch schon eine Schönheit für sich … also die Fäden, die Larven sind eher ?). 

Weil man natürlich nicht fotografieren darf, haben wir was aus dem Internet rausgesucht (das ist uns auch nicht hold, Wikipedia streikt wegen neuer EU-Gesetze ?), es gibt aber nicht wirklich wieder, was wir gesehen haben, nur so ungefähr.

Das war mal wieder *hach*. Volker würde sagen „won‘t miss“.

Und die Glowworms sind dann natürlich auch das Animal of the Day.

Wir stellen danach wenige Kilometer weiter den Campervan ab und machen eine kleine Wanderung auf dem Kepler Track. Der führt in einer 3 bis 4 Tages-Wanderung rund um die gleichnamige Berggruppe. Wir laufen nur wenige Kilometer, finden dabei einige Tupperdosen und begegnen mal wieder einem (nein, sogar zwei!) der „friendly forest birds“, dem Robin oder Toutouwai. Er hat sich sehr für Volkers Wanderschuhe interessiert und kam uns sowas von nah … irre. Daher kriegt das Kerlchen nun auch zum zweiten Mal die Auszeichnung Animal of the Day. Hübscher als ein Glowworm ist er allemale.

Wir treffen unterwegs einen netten Herrn aus Auckland: 73, Rentner, Frau Holländerin, 2 Kinder, 2 Enkel, Tochter Ärztin, ledig, single, keine Kinder, wohnt ganz im Norden, Sohn hat Kneipe in ehemaliger Kirche  in Manapouri ?, er besucht ihn, Frau ist schon wieder heim. Ratet mal wo wir abends essen gehen ??.

Schon wieder Mittelerde
Farn ohne Ende
Lothlorien, Fluss Anduin

Vorher aber auf dem Weg nach Manapouri noch zwei Geocaches, einer am Drehort einer  Szene von Lord of the rings mit toller Aussicht auf den Fluss Anduin, der in echt Waiau River heißt. Wie gestern schon gesagt, dass müssen wir uns alles noch mal anschauen, und wir werden es mit ganz anderen ?? sehen.

 

Grünzeug

In Manapouri auch ein sehr schnuckeliger und liebevoll gestalteter Campingplatz.

Wir gehen am nahen Strand (Fraser’s Beach in der Nähe von … haltet euch fest … Pearl Harbour ?) erst mal ne Runde schwimmen (das wird noch zum Badeurlaub hier ?).

 

Doch dann weckt eine sehr seltsame Wolke unsere Aufmerksamkeit:

Unten rechts ist auf Drama getrimmt !!!

Von Atompilz über Chemiewerksexplosion kommen wir letztlich auf einen Vulkanausbruch. Wir waren wirklich etwas besorgt ?. Aber weder die Nachrichten bringen was, noch irritiert es die Einheimischen, denen wir die Bilder zeigen. Das sei wohl ein Vulkan, das könne schon mal vorkommen. Aotearo: das Land der Blumenkohlwolke ?☁️☁️☁️. Andere Länder, andere Wolken.

In der Church (siehe oben) kriegen wir ein reichliches, leckeres, bodenständiges und preiswertes Essen und unterhalten uns nochmal mit Papa Riggs … wirklich eine super sympathische Begegnung und Gespräche über Gott und die Weltbund das Leben …

Jetzt aber nix wienin die Koje. Morgen müssen wir … rischdisch … früh raus.

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