Schöne Scherben, kein Wind und dann doch

So, das ist nun unser letzter „richtiger“ Urlaubstag. Und den wollen wir nochmal so richtig genießen. Das Wetter ist ein wenig anderer Meinung, es tröppelt, ist aber warm. Wir stapfen den steilen Fußpfad runter ins Städtchen (ich freu mich schon drauf, den nachher wieder hochzukeuchen ?) und prüfen den versprochenen Frankreichfaktor. In Bildern sieht das so aus: 

Frongraisch, Frongraisch

Ganz schön frankophil. Es leben auch noch 2 Familien in Akaroa, die auf die französischen Gründer zurückgehen, unter anderem die Familie Langlois. Die gestrige Schreibweise mit Apostroph (aus Wikipedia) sei falsch, erfahren wir heute.

 

Um 11 Uhr öffnet unser erstes Tagesziel, das Giants House. Ein „Skulpturengarten“ im Stil angelehnt an Gaudi – das hat uns neugierig gemacht. Für 20 $ each gewährt  man uns Eintritt in den „happiest garden on earth“ und gegen den Regen gibt‘s einen Regenbogenschirm zum Ausleihen.

Leute, dieser Garten ist der Hammer. Uuuunbeschreiblich. Und in der Tat waren wir so was von happy, happier geht kaum. Wir könnten über dieses Kunstwerk einen eigenen Fotoblog erstellen. Wir haben zusammen an die 150 Fotos gemacht, und können uns kaum entscheiden, welches nun die besten sind. Hier der Versuch eines best of.

Geschaffen hat dieses Wunder eine Künstlerin namens Josie Martin, die aber keinen Wikipedia-Eintrag hat, sehr zu Unrecht, wie wir finden.

Völlig geflasht und sehr happy verlassen wir diesen herrlichen Garten, in dem man sicherlich Tage verbringen muss, um all die zahllosen Details zu entdecken.

Aber um 13.00 steht schon der nächste TOP an, und auch der wird top! Ein dreistündiger Segeltörn mit Wildlife und History auf einer klassischen Yacht. Vor allem Volker ist sehr angetan, mal auf einer A Class Yawl, einem legendären Klassiker des Yachtbaus, (mit-)segeln zu können. 

Die Manutara

Das Schiff wurde 1946 entworfen, gebaut 1962 aus einem (!) Kauribaum und ein paar anderen Hölzern, null Kunststoff, alles Holz. Ray, der Besitzer ist mächtig stolz. Das Boot gehört nicht ihm, er gehört dem Boot, so erklärt er uns mit einem Augenzwinkern?).

2005 haben er und seine Frau in Auckland Haus und Hof verkauft, die Jobs geschmissen und sind mit der Manutara (und der Katze ?) los, um die Welt zu umsegeln. Gekommen sind sie bis Akaroa ? und dort aus Überzeugung geblieben. Ray erzählt weiter: „My wife separated, the cat emigrated, I stayed.   I miss the cat.“ Er lebt  weiter auf dem Schiff und bietet diese Segeltörns mit Naturbeobachtung an. 

Wir sind nur zu viert mit einem jungen kanadischen Pärchen an Bord und tuckern raus in den Akaroa Harbour (so heißt seit der Entdeckung durch Cook diese tief eingeschnittene Bucht/Sound).

Akaroa Wildlife

Sehr bald schon sichten wir die runden, schwarzen Rückenflossen der nur hier lebenden kleinsten Delfinrasse der Welt, der Hektordelfine. Weil die beiden Rückenflossen so ausschauen, nennt man sie auch Mickey Mouse Dolfins. Wie fahren vorbei an Salmon und Mussel-Farmen, sehr relaxten Fur seals (Seebären) und einer Kormorankolonie. Die Kormorane treffen wir später nochmal beim Fischen. 

Ray bringt das Boot fast bis zum Greifen nah an fantastische vulkanische Felsformationen, Grotten und Höhlen. Toll ist das.

Zum Greifen nah

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einziger Wermutstropfen: viel Segeln ist nicht, weil einfach keine gescheite Brise aufkommt.

Dafür weicht das trübe Wetter einem wunderschönen blauen Himmel.

Trügerisches Blau

Ray desillusioniert uns, das sei der Nor‘West Arch und ein untrügliches Zeichen für Sturm und schlechtes Wetter. Weit in der Ferne deutet er auf ein paar kaum erkennbare Wölkchen: Das sei der Böenkragen. In spätestens drei Stunden greifen die Wolken wie Finger über die Berge und 15 Minuten später sei das Unwetter in Akaroa ?. Hmmm. Er wird‘s wissen. Aber so wirklich mag man‘s nicht glauben.

Wir legen an, verlassen die Manutara und gehen ein Bierchen trinken. Herrlich ist es jetzt, blauer Himmel, Sonne, ein Idyll. 

Und dann beobachten wir in den nächsten 15 Minuten das hier:

Zeitraffer 15 Minuten

Zwischen Bild drei und vier fegt eine Sturmbö über den Kai, wie ich sie noch nicht gesehen habe (Volker verpasst das Spektakel, er ist drin zum Bezahlen ?). Man sieht sie förmlich heranrasen, Bäume biegen sich, Blätter und Staub fegen über mich hinweg, im nächsten Moment knickt der solide Stiel des Sonnenschirms am Nachbartisch um wie ein Strohhalm, Glas zerbricht, Stühle und Tische kippen um, ein einziger Aufruhr. Das haben wir natürlich nicht fotografiert, die Leute waren ganz doll erschrocken ???, auch wenn niemand ernsthaft zu Schaden kam.

Die Bö ist durch und es beruhigt sich wieder etwas , aber wir genehmigen uns drinnen lieber noch ein Bierchen ?, bevor wir uns auf den Heimweg machen.

Für Action anklicken

Das sollte es nun gewesen sein, ein wunderschöner und erlebnisreicher (vor-) letzter Urlaubstag ?. Wir stapfen den steilen Berg zum Campingplatz hoch, da ertönt ein inzwischen vertrautes hohes Gezwitscher: Fantails ??. Und als ob sie uns ein Abschiedsgeschenk machen wollen, ziehen gleich 5 oder 6 dieser entzückenden quirligen Vögelchen vor uns eine große Flugshow ab. Da muss man einfach mit der Kamera draufhalten, und es gelingen tolle Aufnahmen.

Fächerschwanz in voller Pracht

Am End schauen wir einfach nur fasziniert zu. Best Vögelchen ever, diese Fantails ??????. Und ein Silberauge mogelt sich auch noch ins Bild. Der Fantail ist Eindeutig nochmal unser Animal of the Day ❤️

 

Den Abend verbringe ich mit Schreiben, Volker räumt schon mal das Wohnmobil auf. Morgen gehts nach Christchurch und ein Highlight haben wir uns für unterwegs noch aufgehoben (gelle, Mike ?).

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