Kurzbesuch in CHCH

Da ist er nun, unser letzter Tag vor dem Heimflug. Wir räumen das Wohnmobil aus, verschenken fast alles übrig gebliebene an andere Urlauber oder stellen es in die Gemeinschaftsküche. Abwassertanks leeren und auf nach Christchurch.

Summit Street

Wir nehmen die Scenic Route über die Summit Street, die Route des  Crètes von Banks peninsula, die sich eng und kurvig hoch über Akaroa Harbour durch die Landschaft windet. Leider spielt das Wetter nicht so mit, wie wir uns das wünschen, aber immerhin sieht man was, wenn auch diesig. Eine tolle Straße!

Akaroa Harbour einmal komplett. Mit Kreuzfahrtschiff ?

Die Rückgabe des Sprinters verläuft fix und ohne Reklamationen, wir haben drop and go dazugebucht, kein Bock auf Autowaschen und putzen. Mit dem Taxi fahren wir zum vorgebuchten Motel, wo wir ein richtig schnuckeliges kleines Apartement beziehen. Mit Vollmilch ?, die kriegt man als vorgekühltes Fläschchen an der Rezeption in die Hand gedrückt, zu Auswahlt steht full, fat reduced und soy … für den Kaffee nach dem Aufstehen. 

Der Taxifahrer, Garry, hatte uns seine Nummer für weitere Fahrten gegeben, so haben wir also einen personal driver, der uns nach dem kurzen Einchecken wieder abholt und in der Innenstadt absetzt.

Nette Passantin
(New Zealand born)

Mit das erste was uns dort auffällt, sind Menschen, die auf großen grünen e-Scootern durch die Stadt sausen. Und ganz viele dieser Roller ???? stehen am Straßenrand, auf den Gehwegen herum. Huch ?. Lime heißt der Anbieter dieses free floating e-Scooter-sharing-Dienstes, oder wie man das nennen soll. Das wollen wir auch!

Gesagt getan, App runtergeladen, Mailadresse und Kreditkartennummer eingeklöppelt und schon flitzen auch wir durch Christchurch. Die Dinger sind ganz schön flott und haben eine irre Beschleunigung. Eigentlich muss man einen Helm tragen, macht aber eh keiner und wir fahren recht vorsichtig (Topspeed immerhin 25 km/h). Das macht voll Spaß ?? und man kommt natürlich viel weiter rum als zu Fuß. 

Nach der Probefahrt geht es aber erst mal im Botanischen Garten per pedes weiter. Christchurch gilt als die Gartenstadt Neuseelands, neben dem großen Botanischen gibt es zahlreiche kleinere Parks und Grünanlagen. 

Vor dem Botanischen Garten erinnert ein Meer an Blumen, Karten, Kerzen an den Anschlag des durchgeknallten Nazi-Australiers, der am 15. März 50 Menschen erschossen und zahlreiche verletzt hatte. Das hat natürlich auch uns sehr betroffen gemacht, in jedem Ort, den wir bereist haben, sind wir an kleinen, liebevoll gestalteten Gedenkstätten vorbeigekommen, wo die Neuseeländer ihre Trauer und Solidarität bekunden.

Wir haben jedesmal eine Weile innegehalten. So auch hier. Das geht einem schon unter die Haut ?. Und es ist ein würdiger Ort, fast im Schatten der uralten Baumriesen des Botanischen Gartens.

Hach diese Bäume, die machen mich immer feddisch. Wie sie da stehen, in all ihrer majestätischen Ruhe, mit teils Hunderten von Jahren auf dem Buckel, ich könnte diese Riesen stundenlang bewundern und anfassen. Treehugger nennt man das in Kanada ?.

Gigantische Douglasien, Zedern, Redwoods und Mammutbäume aber auch Prachtexemplare von Laubbäumen, einer schöner als der andere. Sie gedeihen im milden und eher feuchten Klima Christchurchs vortrefflich und fühlen sich sichtlich wohl. 

Der zweite und prägendste Aspekt der Stadt ist der Kontrast zwischen alt und neu, Zerstörung und Wiederaufbau: Am 22. Februar 2011 hat ein Erdbeben 80% des Stadtkerns zerstört, 185 Menschen kamen ums Leben (die meisten beim Einsturz eines Hochhauses) und viele konnten bis heute ihr Zuhause nicht wieder aufbauen.

Kunscht

Das Erdbeben hat tiefe Lücken in die Stadt gerissen, selbst heute, 8 Jahre später, wird die Innenstadt von zahllosen Baukränen überragt. Das Erdbeben ist irgendwie immer noch gegenwärtig, es prägt die Zeitrechnung der Stadt: Es gibt ein vor und ein nach dem Erdbeben. 

 

New Regent Street
Geparkt

Da wir nicht so recht wissen, wohin wir rollern sollen, folgen wir den Schienen der historischen Straßenbahn und landen so in der wieder aufgebauten Regent Street mit ihren hübschen pastelligen Fassaden. Wir finden ein sonniges Plätzchen, stellen die Scooter ab und trinken ein Bier – so wie es uns die App  vorschlägt ?.

Wenn die Tram hier durchfährt, ist das Sträßlein voll ? ??.

Dann rollern wir noch ein Stückchen, gehen fein Abendessen und lassen uns dann von Garry wieder ins Hotel kutschieren. 

Auch wenn es nur ein paar Stunden waren, wir haben den „Spirit“ dieser Stadt wohl ganz gut erfahren, mit unserem spontanen Miniprogramm und auch durch einige kurze Gespräche mit den sehr offenen und freundlichen Menschen hier in Christchurch.

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