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Neuseeland März 2019

Zur Goldenen Küste

Tja, nix Costa Dorada! Es ist Triss. Also beim Wetter, nicht bei uns, wir haben mit allem gerechnet und das muss man in NZ auch. Nelson, die 5.-größte Stadt, bekommt leider nur die Attribute grau in grau, Ebbe & Nieselregen. Das hält die Leute aber nicht vom stand up paddling ab. Wir fahren dran vorbei.

Es hat gutes Netz und so kann ich wenigstens den Blog der (wenn ihr das lest: vor-) letzten beiden Tage ergänzen.

Flat white geht immer

Kaffeepause machen wir in Motueka Port, ein süßes mini Kaffeebüdchen, in keinem Reiseführer verzeichnet, mit lecker Banana Ingwer Muffins und celebration cake. Was damit gefeiert wird? Dass wir am Leben sind, meint Samarita, die Besitzerin. Eine kluge Frau ? .

Den Abel Tasman Park lassen wir rechts liegen, fahren vorbei an Weinfeldern und Obstplantagen Richtung Motueka. Und dann hoch und durch die Takaka Hills. Im dichten Nebel geht es über den Pass bei ca. 900 m. 

Kurzstopp am Hawke Lookout …

wie sie sehen, sehen sie NIX. Aber selbst das sieht voll gut aus ?. Und einen manierlichen Cache hat es hier. +1

Endlich nähern wir uns einem Ziel unserer heutigen Etappe, den Pupu Springs (die Maori hängen noch was vor das Pupu, aber das lassen wir – politically incorrect – mal weg.

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Die Pupu Springs sind mit ca. 15.000 l pro Sekunde ?  die größten Quellen der Südhalbkugel. Das sagt einem so ja nicht viel, also  sparkele* ich mal kurz einen Vergleich: die Source de la Loue im Franche Comté bringt es nur auf die Hälfte und ist das beeindruckendste, was uns bisher untergekommen ist. 15.000 ist echt viel. Wie im französischen Jura ist auch hier ein Karstgebiet, undendlich viele unterirdische Spalten und Gänge vereinigen sich  und spucken am tiefsten Punkt all das Wasser von überall wieder aus. Hier quillt es scheinbar geruhsam von unten in einen See.

*Volker hat Vodafone, ich eine Flachratte vom NZ-Anbieter Spark. Und ratet mal, wer das bessere ???? hat ?

 

 

 

Der sich dann sogleich als  opulenter Kleinfluss auf den Weg macht. Beeindruckend ist die Klarheit des Wassers und das Farbspiel, dass durch Lichtbrechung und -reflexion entsteht. Leider ist es heute ja sehr trüb, selbst da sind die Farben schon sehr auffallend. Bei Sonnenschein muss es der absolute Hingucker in Blau sein. 

Hier läuft uns dann das allseits beliebte Animal of the Day vor die Füße, ein Weka oder Waldhuhn, eine flugunfähige Ralle. Wie viele Tiere Neuseelands ist es „inselzahm“, eine Folge der Evolution in einer Umwelt ohne Feinde. Es stolziert seelenruhig am Parkplatz vor uns vorbei und schlägt sich in die Büsche, wo wir dann noch (s)ein Ei entdecken. Eigentlich wollten wir da durch zum Geocache, das lassen wir nun mal schön bleiben ??. Eieiei.

In Richtung Campingplatz am Strand (Wetter hin oder her, dass muss sein, einmal am Golden Beach) lassen wir das nette Hippiedorf Takaka aus und halten statt dessen am winzigen Grove Scenic Reserve an. Das sollte sich als extrem gute Wahl herausstellten. Felsen auf den ersten Blick wie wie im Elbsandsteingebirge, aber kaum betritt man das winzige Reservat, machen die Palmen schon mal sofort jeden Vergleich mit Sachsen zunichte ??. Und auch die Felsen sind so einzigartig, wie wir sie nie zuvor gesehen haben:

Nasenwand

Vom hiesigen Geocache erfahren wir eine botanische Besonderheit des Areals, die alten Rata-Bäume. Die beginnen ihr Wachstum typischerweise nicht auf dem Boden, sondern auf anderen Bäumen: Die Samen keimen in Astgabeln, in denen sich Laub oder anderes organisches Material ansammelt und zersetzt. Da wachsen sie dann eine Weile mit dem Wirtsbaum nach oben, aber irgendwann langt das nicht mehr und sie bilden riesige Luftwurzeln, die nach unten wachsen bis sie den Boden erreichen und unterwegs mit Seitentrieben den Mutterbaum umgreifen. Wir haben dieses  Paradeexemplar gefunden und abgelichtet (oben ist es etwas hell geworden).

Der absolute Hammer aber sind die Felsengesichter, die wir plötzlich überall entdecken. Als seien sie gerade aus dem Felsen materialisiert, schauen sie uns plötzlich von allen Seiten her an. Uuuunfassbar! Kein Wunder, dass die Maori überall Geister sehen … 

 

Neben unbekannten Gesichtern, sind uns sogar alte Bekannte hier begegnet … eine Reinkarnation ? Wisst ihr, wen wir meinen?

Das war absolut faszinierend und zusammen mit der (vergeblichen aber lustigen) Suche nach einem weiteren Geocache haben wir auf die angegebene halbe Stunde noch eine draufgelegt, so toll ist das da! 

 

Bis zum Campingplatz in Pohara ist es dann nur ein Katzensprung und wie die Katzen (also etwas zögerlich, aber dann!!!) springen wir dann gleich nach der Ankunft ins Wasser des Südpazifiks am Golden Beach. Der ist zwar heute alles andere als goldisch, aber das Wasser ist bei ?-Schein genauso nass wie bei Nieselregen und wir sind (vermutlich) nur einmal hier. Also rein mit uns. Die Küste ist hier allerdings so flach, dass bei Ebbe der Strand so breit ist wie das Rollfeld des Londoner Flughafens (sagt unser Reiseführer). Glück gehabt, es ist Flut, und der Pazifik dümpelt fast genau vor unseren Füßen ans Land. Allerdings muss man dann einmal übers Rollfeld, um den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Abtrocknen, kochen, schreiben, Bett.

Schreibt uns gerne einen Kommentar, ob und wen ihr erkannt habt! Und alles andere natürlich auch ?

2 Antworten auf „Zur Goldenen Küste“

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