Freitag, 9. bis Montag, 12. Januar 2026
Am Freitag fahren wir um 13 Uhr zu Hause los, mit Tanken, Gas besorgen und Einkaufen sind wir gegen 17 Uhr in Miltenberg. Leider gibt es stadtnah keine Stellplätze mit V+E (da könnte man sich was nebenan in Klingenberg abgucken!), aber der kostenlose Platz schräg gegenüber der Altstadt auf der anderen Mainseite ist ganz nett und in Laufweite. Die Fahrräder haben wir angesichts der Witterung zu Hause gelassen.

Es gesellt sich am Abend noch ein Carthago mit MIL-Kennzeichen dazu, das Paar kommt aus Großheubach, also 5 km nebenan, und macht einen klitzekleinen Wochenendausflug 👍️.

Am nächsten Morgen sieht das so aus:


Die Mainbrücke, Ende des 19. Jahrhunderts von einem Brückenbauverein aus Spendenmitteln erbaut und 1900 eingeweiht, wurde im März 1945 von zurückweichenden Truppen der Wehrmacht gesprengt und 1950 wieder aufgebaut. Rechts der Blick auf das Altstadt-Ufer mit Jakobikirche und Mildenburg.
Wir machen uns gleich nach dem Frühstück auf in die Altstadt und vertreiben uns die Zeit mit Geocachen. Nicht, dass es hier viel gäbe, aber immerhin werden wir an ein paar nette Ecken geführt, an die wir sonst wohl nicht gegangen wären. Genauer kriegen wir das alles morgen bei einer Stadtführung, jetzt erst mal zum Reinschnuppern.






Der Koffer aus Sandstein, der am Engelplatz vor dem Rathaus steht, ist Bestandteil des dezentralen Mahnmals DenkOrt Deportationen 1941-44: Der gleichnamige Verein erinnert an die Deportationen Tausender jüdischer Menschen aus Unterfranken über den Bahnhof Würzburg. Dort mussten sie ihre Koffer, Taschen, Bündel zurücklassen. Der zentrale Gedenkort zeigt dort die zurückgelassenen Gepäckstücke und in den Herkunftsorten steht ein Pendant. 99 Gemeinden machen – Stand Januar 2026 – bereits mit.
Um 15:15 Uhr holt uns am Engelplatz das (vor)bestellt eTaxi ab, das uns zum Nachmittagsprogramm nach Rüdenau fährt. Was ein Glück, dass wir nicht mit dem HoGo dort hinfahren, denn inzwischen ist der Regen in Schnee übergegangen, die Straßen sind verschneit und es ist bitterkalt.
Nach Rüdenau führt uns eines von Volkers Lieblingsgetränken:

Hier ist nämlich die größte Whisky-Destillerie Deutschlands, die St. Kilian Distillery, und die bietet Führungen mit Verkostung an.
Die fachkundige und sehr sympathische Shirin erklärt uns alles, die Geschichte der Destillerie, die Herstellung des Gesöffs und die beeindruckende Produktpalette.
Das Gebäude war ursprüngliche eine große Maßschneiderei, die in den 70er Jahren den Geschäftsbetrieb einstellte. Man wusste nicht so recht, was man damit anfangen sollte. Potentielle Käufer wollten einen Schrotthandel dort einrichten, aber das gefiel dem Bürgermeister des Dörfchens nun gar nicht. Er entsann sich, dass der Enkel einer Mitbürgerin in Amrika ein erfolgreicher Investmentbanker war und bat sie nachzufragen, ob der vielleicht eine Idee hätte. Die resolute Oma überzeugte ihren Enkel nach dem Motto „Bub, tu was“ davon, das Gebäude kurzerhand zu kaufen,
Der wusste zunächst auch nicht, was er damit anfangen sollte, war aber passionierter Whisky-Liebhaber und traf eher zufällig einen irischen Master-Distiller, der mit seinem aktuellen Job unzufrieden war. Shirin berichtet, dass die beiden in einer durchzechten Nacht die – im wahrsten Sinn des Wortes – Schnapsidee hatten, eine Whisky-Destillerie im Odenwald aufzubauen. Es wurde original schottisches Zubehör gekauft, um einen erstklassigen Single Malt Whisky herzustellen. Das war 2012 und 2016 wurde das erste Fass befüllt.

Draußen sind die Vorratssilos für Malz. Das ist angekeimte und dann wieder getrocknete Gerste. Darrt man sie über Holz, wird sie geräuchert, nimmt man statt Holz Torf, bekommt man „peated malt“, das dem Whisky den typischen torfigen Geruch und Geschmack gibt, der mich wahlweise an verbrannte Autoreifen oder vergammeltes Heftpflaster erinnert, unter Kennern (und von Volker) aber sehr geschätzt wird.
Das Malz wird fein geschrotet und kommt dann mit heißem Wasser in den Mashtun, einen riesigen Kupferbottich (12.000 Liter), wo die Gerstenstärke enzymatisch in Glucose gespalten wird.
Das „Zuckerwasser“, Wash genannt, wird abfiltriert und kommt zum Gären in die fast ebenso riesigen Washbacks.


Für den Gärprozess wird Bierhefe Saccharomyces cerevisiae, zugesetzt. Überhaupt ist der Prozess bis zum Abschluss der Gärung identisch mit dem beim Bierbrauen.
Aber dann! Dann wird destilliert und zwar zweimal, in original schottischen Kupfer-Brennblasen, pott stills genannt. Fassungsvermögen 6.000 Liter. Der erste Brand liefert eine Destillat mit ca. 25 % Alkohol, der zweite dann über 70%. Der findet hinter einer streng verschlossenen, vom Zoll verplombten Tür statt (links im Bild), erst wenn die Alkoholmenge genau bestimmt und korrekt versteuert wurde, darf man wieder ran.

Der fertige Whisky muss mindestens 3 Jahre und einen Tag in einem Holzfass gelagert werden, bevor er abgefüllt wird. Dazu nimmt man gerne alte Wein-, Sherry- oder Portweinfässer, die dem Whisky dann noch einen charakteristischen Geschmack geben. Wobei ich ja glaube, dass das bei dem peated/torfigen Zeugs nichts mehr durchschmeckt.

Zwei Whiskys habe ich mit probiert, war nicht so schlimm, wie ich dachte, aber es ist nichts, was ich jemals gern trinken werde.




Kilian füllt auch direkt nach dem Brennen ein kristallklares Gesöff ab, das sie New make nennen (rechts im Bild), 63,5 Umdrehungen, das hab ich nicht probiert! Die Flaschenform ist übrigens oft an die Form der Brennblase angelehnt.

Nach gut 90 Minuten sind wir durch und bekommen einen weiteren Whisky – ich einen Haselnusslikör Marke Voll auf die Nuss aus der Terence Hill und Bud Spencer Edition 🌰.
Der ist so lecker, da nehm ich gleich eine ganze Flasche mit und Volker einen peated Malt aus der aktuellen signature edition Seventeen, in diversen Rumfässern gereift. Für das Abo des Newsletters gibt’s noch ein Fläschchen Sonderedition gratis dazu und ein weiteres Pröbchen von was immer man möchte. Die sind wirklich freigebig hier. Shirin meint: Es gibt hier zwei Sorten Flaschen: offene und leere.
Ein weiteres Taxi bringt uns dann mit unseren Einkäufen durch die mittlerweile gut zugeschneite Gegend zurück zum HoGo.
Um 19 Uhr geht es dann wieder über die Brücke mit Blick auf das abendlich erleuchtete Miltenberg zum Traditionsgasthof zum Riesen.


Der in der Tat riesige Gasthof beansprucht für sich, das älteste Gasthaus Deutschlands zu sein, einem Historiker von 1865 zu Folge gab es ihn als Fürstenherberge bereits im 12. Jahrhundert und diente Ludwig dem Bayern und Karl IV. als Unterkunft. Allerdings sind dafür keine Quellen mehr vorhanden und so ist historisch gesichert die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahr 1411. Immerhin! Es gab zahlreiche Besitzer, von denen zwei – vermutlich wegen ihres Wohlstandes – als Hexer auf dem Scheiterhaufen endeten. 1970 war es übel bestellt um das Gebäude, hätte nicht ein ambitionierter (und reicher) Architekt es gekauft, es wäre wohl abgerissen worden. Werner Jöst aus Weinheim a.d. Bergstraße ließ die marode Bausubstanz sanieren und seine Familie betreibt bis heute das Hotel. Das Restaurant ist an die Brauerei Faust verpachtet, ein Miltenberger Traditionsbetrieb, der es qualitativ hochwertig und mit einem super Preis-Leistungsverhältnis seit 1999 betreibt.



Für uns gab es ein Kochkäs-Schnitzel und fränkische Bratwürste, dazu das süffige Bier der Brauerei Faust. Die machen übrigens auch Führungen, das ließ sich aber leider zeitlich nicht einrichten. Also nächstes Mal!
Am Sonntag geht es wieder über die Brücke, diesmal aber bei strahlendem Sonnenschein. Ob das nun noch Elli oder schon Gunda ist, sei mal dahingestellt. Jedenfalls schönstes Winterwetter und knackig kalt.

So haben sich wohl sämtliche Miltenberger Tauben verabredet, hier auf dem Ausleger an der Brücke ein Sonnenbad zu nehmen.


Hier haben wir unser erstes Tagesziel im Visier, die Mildenburg.
Der Weg dorthin führt wieder durch die Hauptstraße, vorbei am Riesen und zum Schnatterloch, doch der erhoffte Sonnenschein dringt leider nicht bis hierher. Nicht umsonst nennt man den hinteren Bereich der Altstadt Schwarzviertel – er liegt ein halbes Jahr im Schatten. Trotzdem sieht es freundlicher aus als gestern!




Wir genehmigen wir uns am Schnatterloch erst mal einen Café mocha im Café Mocha, wo eine (allerdings nicht anwesende) Chef Diplom Kaffee Sommelière zum höchsten Kaffeegenuss einlädt. Das Gebräu mit Zartbitterschokolade und Milchschaum ist wirklich köstlich!
Schön aufgewärmt werfen wir dann einen Blick in die Pfarrkirche St. Jakobus, ein klassizistischer Bau des 19. Jahrhunderts auf gotischen Grundmauern. 2577 Kilometer sind es von hier bis Santiago de Compostela, sagt uns der Wegweiser des (fränkischen) Jakobsweges, der hier beginnt.



Dann steigen wir die paar Meter hoch zum Schnatterlochturm, ein gut erhaltenes Stadttor in der alten Stadtmauer. Dahinter ist auch heute noch Miltenberg zu Ende und man betritt den Wald. Oder beträte – denn wir tun das nicht.
Das Schnatterloch hat übrigens weder etwas mit Schwimmvögeln noch mit gesprächigen Frauen zu tun, es kommt vom Wort „snaden“, was soviel bedeutet wie Schneise oder Kluft. Hier ist nämlich ein Kerbtal zwischen zwei Bergen, durch das auch heute noch bei stärkerem Regen das Wasser bergab rauscht, durch das Loch unter dem Tor und bis hinab zum Main. Heute wird es auf Höhe des Schnatterlochbrunnens kanalisiert und unterirdisch abgeleitet. Die oberirdische Rinne kann man gut auf den Fotos erkennen.
Dann geht es hoch zur Burg, zum Glück liegt die nicht wirklich sehr hoch und der Weg ist dank Stufen und Geländer trotz Schnee sicher begehbar. Wir werden mit einem wirklich fantastischen Blick über Miltenberg belohnt.





Die Mildenburg selbst beheimatet ein Heimatmuseum, dass aber im Winter geschlossen ist. Das Luftbild hab ich im Netz geklaut 🤭.
Wir machen dann kehrt zurück Richtung Engelplatz/ Touristeninfo, denn um 14 Uhr startet dort die sonntägliche Stadtführung.
Weil noch viel Zeit ist, statten wir dem stattlichen Alten Rathaus noch einen Besuch ab. Imposant ist die hohe Eingangshalle, hier hat man früher Güter (zwischen)gelagert, die aufgrund des Stapelrechts von den Schiffen abgeladen und feilgeboten wurden.
Heute ist in der oberen Etage im Festsaal der Neujahrsempfang der Stadt mit vielen Honorigen und allem was mit Zivilschutz zu tun hat: Feuerwehr, Rettungsdienst, THW … schön, dass die eingeladen sind!

Weil wir für den nächsten Streich ein halbes Stündchen zu früh dran sind, gehen wir Richtung Brücke zur Vinothek Knapp, vor der die Ape des Seniors anzeigt, dass er da ist. In der Tat hockt er hinter dem schicken Tresen und macht Buchführung. Eigentlich ist nicht geöffnet, aber nach dem Ehda-Prinzip 🤷♂️gibt‘s doch ein Piffchen: trockenen Gewürztraminer für mich und eine rote Domina für Volker, aus dem Knappschen Weingut, das inzwischen der Sohn leitet. Scheinbar sind wir interessanter als die Fibu und unterhalten uns angeregt, bis wir dann aber fix wieder los müssen.

Pünktlich um 14 Uhr empfängt uns Angelika Mörlein vor dem Neuen Rathaus am Engelplatz und wir starten zu einer sehr exklusiven Stadtführung – nur sie und wir!
Gleich zu Anfang werden schon direkt um uns herum einige Frage- in Ausrufungszeichen verwandelt: Die hübsche neugotische Kirche ist ein evangelisches Gotteshaus im eigentlich katholischen Miltenberg, errichtet 1897 auf Veranlassung eines reichen evangelischen Bürgers für sich und die damals ca. 400 lutherischen Einwohner.

Unsere zweite Frage gilt dem prächtigen Wirtshausschild des Brauereikellers (leider dauerhaft geschlossen). Der vermeintliche Davidstern sei der Braustern, Zunftzeichen der Mälzer und Brauer. Die sechs Dreiecke sollen die Elemente Feuer, Luft und Wasser und die Zutaten Malz, Wasser und Hopfen symbolisieren. Der Braustern diente früher den Leute als Wegweiser zum Bier.

Dann tauchen wir mit Angelika tief in die Vergangenheit Miltenbergs ein: Im Galopp geht es von einer keltischen Siedlung zur römischen Garnison, dem Abzug der römischen Truppen um 260 n.d.Z., zu den Germanen, den Mero- und Karolingern, bis ins Mittelalter. Unter den Staufern entstand um 1144 der Bergfried der Mildenburg, die Siedlung zu ihren Füßen wird 1226 erstmals urkundlich erwähnt.

Zwischen dem Würzburger und dem Mainzer Tor erstreckte sich die Stadtmauer mit ihren an die 50 Türmen. Miltenberg gehörte bis 1803 zu Kurmainz, heute noch trägt die Stadt das Mainzer Rad im Wappen. Die Stadt war reich! Sie war Verwaltungssitz, hatte Steuerprivilegien und Stapelrecht und war ein Zentrum der Holz- und Steinindustrie. Aus dem Buntsandstein fertigte man Mühlsteine, Sarkophage, Mauersteine und Einfassungen und riesige Säulen, die Heunensäulen. Der Mainzer Dom ist aus Odenwälder Buntsandstein gebaut und die große Heunensäule auf dem Mainzer Domplatz ist ein Geschenk der Stadt Miltenberg. In den Wäldern um Miltenberg liegen noch mehr dieser großen Säulen rum. Der Reichtum der Stadt dokumentiert sich bis heute in den prachtvollen Bürgerhäusern, aus Stein und aus Fachwerk. Einen verheerenden Stadtbrand gab es hier zum Glück nicht.
In der Zeit nach Napoleon ging es hin und her bis schließlich 1816 Miltenberg an das Königreich Bayern fiel. Und zu Bayern gehört die Stadt bis heute. Aber was kümmert das einen Franken 🤷♀️.
(Zu den Begriffen Unter, Mittel und Oberfranken: Das bezieht sich auf die Lage am Lauf des Mains. Oberfranken am Oberlauf, Unterfranken am Unterlauf).
Wir gehen mit Angelika zu den Resten der Stadtmauer. Die ist noch zu etwa einem Drittel erhalten. Von innen sind die Häuser heute direkt an die Mauer rangebaut.


Außen gab es früher die „Zauberhäuslein“, die aber so gar nichts zauberhaftes an sich hatten, sondern etwas sehr gruseliges: Miltenberg war berüchtigt für seine Hexenverfolgungen und für die Angeklagten errichtete man im Zwinger zwischen Stadtmauer und Stadtgraben ab 1593 nach und nach etwa 15 bis 20 Einzelgefängnisse, sogenannte „Zauberhäuslein“.
In einem Schauprozess, der auf dem Markt- oder dem Engelplatz ausgetragen wurde, verkündete der Oberamtmann die in Aschaffenburg von Mainzer Juristen gefällten Todesurteile. Hingerichtet wurde vor den Toren der Stadt. Die Opfer wurden erst geköpft und anschließend verbrannt. Dies galt als Begnadigung. Die letzte Hinrichtung fand am 6. Februar 1630 statt.
Die Hexenverfolgungen waren übrigens keine „Erfindung“ der Kirche, wie die Inquisition, sondern staatliche Willkürgewalt. Ob man ins Visier der Obrigkeit geriet, hing vor allem auch mit dem persönlichen Reichtum zusammen: Arme Leute waren vor dem Zugriff ziemlich sicher, die Reichen indes nicht. Die Beschuldigten mussten nämlich die horrenden Prozesskosten tragen.
Außerhalb der Stadtmauer treffen wir auf den alten jüdischen Friedhof, die Stadt hatte eine recht große jüdische Gemeinde (wo Geld ist, werden Kaufleute und Bankiers gebraucht, beides Kernkompetenzen der jüdischen Mitbürger, die ja von allen Handwerkszünften und vielen anderen Berufen ausgeschlossen waren). Ich finde, gerade diese jüdischen Friedhöfe strahlen in ihrer Schlichtheit eine besondere Würde aus. Jedes Grab ist hier auf Ewigkeit angelegt, nicht wie bei uns auf 20 oder 30 Jahre geleast (es sei denn man kauft sich eine Familiengruft oder so).

Am Ende musste ich unbedingt noch erfahren, was es mit dem wohl kuriosesten Gebäude in Miltenberg auf sich hat. Es ragt hoch über der Stadt auf und auf einer Art Turm thront ganz oben noch ein kleines verschiefertes Häuschen.


Es ist die Villa Winterhelt, ehemals Büro- und Wohngebäude der gleichnamigen bedeutenden Sandsteinfirma, errichtet um 1903. Die „Dachlandschaft“ spricht für sich: Hier geht es um Repräsentation! Seit 1967 war die Villa ein Schullandheim, 1999 hat ein Investor sie in Eigentumswohnungen umgebaut. Zurzeit kann man eine 185 qm 5-Zimmer-Wohnung mit Garage für 630.000 Euro kaufen. Geht eigentlich.
Natürlich zeigt uns Angelika auch das Haus zum Riesen und erklärt, dass der heutige Gastraum die „Lobby“ war, wo die Kutschen zu einem Tor rein und zum anderen wieder rausfahren konnten. Die illustren Gäste konnten im Sauberen und Trockenen aussteigen, zudem geschützt vor neugierigen Augen.

Von diesem Service haben Kaiser Barbarossa, Ludwig der Bayer und Maria Theresia vermutlich Gebrauch gemacht, Theodor Heuss und Elvis Presley wohl eher nicht. Aber die waren alle hier. Goethe allerdings nicht.


Nach einer herzlichen Verabschiedung* wärmen wir uns im Café Sell bei Kuchen und Kaffee auf und machen uns dann auf den Heimweg. Doch HALT – was ist das: Der Rauschgoldengel vor dem alten Rathaus ist erleuchtet. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Ich finde, dass mir Flügel und ein Heiligenschein gut stehen.
* ich bringe am nächsten Tag noch ein Schlüsselband in der Touri-Info für sie vorbei.

In der Nacht setzt dann Tauwetter ein und es regnet fast ununterbrochen. Am Montag gegen 14 Uhr verlassen wir Miltenberg und stellen uns dein paar Kilometer weiter in Bürgstadt auf unseren ersten überdachten WoMo-Stellplatz EVER. Hier gibt es auch guten Strom für die leergelutschten Bordbatterien, Frischwasser für den fast leeren Tank und einen Ausguss für die beiden vollen Toilettenkassetten. Kostet 6 Euro Parkgebühr und 4 Euro Stromflatrate für 24 Stunden. Sehr fair!



Und ein Schwimmbad gibt es auich. Morgen wird geduscht!





