Land’s End und tuletorn: Sõrve (Saaremaa Teil 2)

Freitag, 10.Juli 2026: Um die Halbinsel Sõrve

Der Freitag Morgen begrüßt uns mit mit strahlendem Sonnenschein! Nach ein paar hausmeisterlichen Verrichtungen am HoGo fahren wir stracks zur Halbinsel Sõrve, die im Süden weit in die Kura Kurk – die Irbenstraße – hineinragt. Wegen dieser strategisch wichtigen Position am Zugang zur Rigaer Bucht, war sie von ganz besonderem militärischem Interesse. Das teilen wir allerdings nicht, wir haben genug davon gesehen und lassen das Militärmuseum aus!

Zuallererst fläzen wir uns mal in die Sonne und nehmen nach guter alter Hobbitsitte ein zweites Frühstück zu uns. Elevensies👍️. Das Selfie übernimmt die Dohne, die bei der Gelegenheit endlich mal einen Namen bekommt: Kilroy 🤣.

Kilroy schwärmt auch weiter aus und verschafft sich und uns einen Überblick über den Südzipfel Saaremaas.

Unschwer zu übersehen ist der Tuletorn, der Leuchtturm. Den ersten gab es hier an der Einfahrt zur Rigaer Bucht schon 1646, damals war es ein Feuerkorb der am Ende eines langen hölzernen Hebels hochgezogen wurde. Das Leuchtfeuer wurde immer weiter verbessert, zuletzt baute man 1960 diesen schlanken Turm aus Stahlbeton.

Eine Ausstellung gibt es im Nebengebäude auch, mit allen Leuchttürmen Estlands und allen Schiffswracks Saaremaas. Die sind alle „nur“ auf Grund gelaufen, die Ostsee ist im Bereich der Inseln wirklich sehr, sehr flach.

Watt mutt dat mutt

Was wir anschließend nicht auslassen, ist der Tuletorn, der Leuchtturm, 248 Stufen führen hinauf und ich bestehe darauf! Wohl wissend, dass ich es bereuen werde: 52 Meter misst der Turm, die dritthöchste Latüchte an der Ostsee. Dass sich die Aussichtsplattform in „nur“ 45 Metern Höhe befindet, ist ein schwacher Trost. Mir ist ganz und gar nicht danach, von dort oben in der Gegend rumzugucken, dass muss Volker übernehmen. So gesehen, hätte Kilroy gar nicht da hochfliegen müssen 🤷‍♀️.

Natürlich machen wir am End noch einen Spaziergang zur Landspitze, wo von links – aus der Rigaer Bucht – die Wellen anbranden. In Lee ist nichts.

Am Ufer liegen die Überreste sowjetischer Bunker aus dem 2. Weltkrieg – auch das hatten wir ja bereits.

Sehr viel hübscher ist das Ruderboot auf der anderen Seite, sowas hebt doch gleich die Stimmung. Ob es wohl nur zur Deko da liegt?

Wir verlassen die Landspitze und fahren an der Westküste von Sõrve wieder nach Norden.

Strände wie in Lettland gibt es in Estland nur selten, wenn dann nur kleine, schmale Streifen mit grobem Sand, Kies oder Steinen. Sehr oft reicht Grasland bis an die Küste heran. Und natürlich ist das Wasser hier deutlich kälter – die Fußprobe fällt negativ aus: Zum Baden zu kalt 🥶.

Wir hatten ja gestern (oder vorgestern 🤔) schon gelernt, dass das Silurische Kliff an den Westküsten von Muhu und Saaremaa entlang läuft – auch hier im Inselsüden gibt es Steilküsten und steinige Überreste davon. So den sehr dekorativen Steinmännchenstrand.

Ablagerungen des tropischen Meeres vor über 400 Millionen Jahren haben die Kalkschichten geschaffen, aus deren verwitterten, flachen Kalksteinen man heute trefflich riesige Steinmännchen bauen kann!

Ebenfalls steinig ist die Küstenstraße, die wir ein Stück weit fahren, besser gesagt, über die wir rumpeln. Der arme HoGo ächzt und das Geschirr klirrt (als wir später den Kühlschrank öffnen, fällt uns der halbe Inhalt entgegen).

Wir lernen indes, das Beschwerden über den Straßenzustand nicht angebracht sind, da die üble Schotterpiste als „Heritage Road“ deklariert ist. Clevere Idee – könnte man mit deutsche Straßen auch machen. Vielleicht sogar mit maroden Brücken – heritage bridge und gut ist 🙈.

Wenige Kilometer weiter schickt uns der WoMo-Reiseführer (wir nennen ihn liebevoll „die Mädels“, weil von 2 Frauen geschrieben 😂) zu einem kleinen Café an einer restaurierten Windmühle, das so ziemlich das entzückendste ist, was wir auf der gesamten Reise gesehen haben!

Ein liebevolles Sammelsurium aus Blümchengeschirr, Spitzendeckchen, ollen Möbeln, sogar ein altes Bett zum chillen, alles kunterbunt arrangiert um eine restaurierte Windmühle. Bezaubernd!
Es gibt wunderbare Torten und leckere Getränke. Man mag gar nicht mehr weg hier!

Aber es hilft ja nix. Da das Wochenende vor der Tür steht, sollten wir beizeiten ein Nachtquartier suchen, denn Saaremaa ist ein sehr beliebtes Reiseziel. Also rumpeln wir noch ein paar Kilometer weiter auf der Heritage Road 😉, begegnen den animals of the day, die uns aus der Ferne kritisch beäugen. Die passen gut in diese wilde Landschaft!

Am kleinen Parkplatz vor den Kaugatoma pank (Klippen) wird der HoGo von RIESIGEN Pferdebremsen umschwärmt – da bleiben wir besser drinnen und lassen Klippen Klippen sein. es kommen ja noch welche!

In der Ferne braut sich was zusammen

War wohl auch besser so, denn der Muharanna Camping ist schon gut besetzt, als wir um 16 Uhr dort ankommen. Oder liegt es an der besonders guten Ausschilderung? Auf jeden Fall hat dieser Platz das beste WLAN ever. STARLINK. Dagegen ist 5G eine lahme Ente.

Am End sind wir heute gemütlich etwa 110 Kilometer über den Südzipfel gefahren. To be continued …

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