Samstag auf Sonntag, 27./28.Juni 2026: Kaperfahrt zum Meerbusen

Kap Kolka – so heißt die nord-westliche Spitze der Rigaer Bucht.



Und natürlich machen wir gleich einen kleinen Landgang: erst mal nach Osten zur Küste an der Rigaer Bucht. Die Steilküste ist zwar nur ca. 3-4 Meter hoch, doch zieht die Erosion dem Kiefernwald buchstäblich den Boden unter den Wurzeln weg: Umgestürzte Bäume so weit das Auge reicht!





Hinter der Landspitze nach Westen hin ist Schluss damit, dort ist wieder netter Sandstrand mit Dünen und es müffelt auch nicht so, wie an der Ostflanke:

Tja, und die Spitze selbst … ist bei weitem nicht so spektakulär wie das Zusammentreffen von Kattegat und Skagerrak in Skagen/Dänemark, aber einen kleinen Unterschied sieht man schon. Der Wellengang hört bei diesem windstillen Wetter an einer imaginären Grenze zur Rigaer Bucht hin komplett auf.

Bestimmt wäre es deutlicher, bei lebhafterem Wetter. Allein die unterschiedlichen Küsten sprechen ja auch für sich. Das Kap ändert ständig sein Aussehen, je nach Wasserstand liegt die felsige Spitze (links im Bild) mal im Wasser, mal kommt man zu Fuß hin.

Am Kap Kolka befand sich dereinst der allererste Geocache Lettlands, heute ist dort ein Virtual 👻 und eine wirklich opulente Gedenktafel in einen großen Findling eingelassen. Sehr standesgemäß! Für uns natürlich ein Muss!

Wie man sieht, ist das Kap auch an einem Samstag zur Ferienzeit bei bestem Wetter alles andere als überlaufen. Überaus angenehm! Es gibt halt sehr viel Gegend für sehr wenige Menschen: Lettland ist mit 30 Einwohnern pro km2 eines der am dünnsten besiedelten Länder Europas. Selbst Estland hat einen mehr! Ohne die Litauer, die hier auch sehr gut vertreten sind, wäre es fast zu leer! Wir vermuten jedoch, dass hier an Līgo gut was los war! Es ist noch ein Bogen aus Birkenzweigen übrig – ein beliebtes Fotomotiv.
Wir spazieren dann über den überaus lauschigen Pine trail parallel zum Strand und den Dünen zum skatu torgis, dem Aussichtsturm. Unterwegs kümmere ich mich mal ein wenig um die Botanik und entdecke zwei Orchideen und das hübsche Schillergras.



Die Botanik in Form einer Heckenrose umwuchert auch ein ehemaliges sowjetisches Schießgelände. Schwerter zu Pflugscharen!

Herzallerliebst sind die „Saules mājas, die sunny houses, man könnte meinen man sei bei den Hobbits gelandet. 6 solcher Fass-Häuslein stehen hier, das siebente ist die Sauna. Alle mit Glaswand zum Meer hin!




Der hölzerne Aussichtsturm ist nicht so wirklich ergiebig, man sieht das Meer und den Wald halt von weiter oben, hat aber keinen Blick auf das Kap. Da ist die Aussicht von der Dachterrasse des netten kleinen Cafés am Parkplatz fast schöner 😂.



Am Abend gehen wir dort auch essen und sind erstaunt, wie lecker die hier mitten im Wald kochen, das Essen ist vorzüglich, mit frischem Fisch, knusprigen Pommes und knackigem Salat.
Als sich der Tag langsam dem Abend zuneigt – das dauert hier immer recht lange – packen wir unsere Siebensachen und ziehen in die Dünen: Mit Stranddecken, Badesachen, Getränken und Snacks sind wir gerüstet für den legendären Sonnenuntergang am Kap Kolka!
Und der hält, was er verspricht!



Auch hier hat Volker das Dröhnchen dabei, das erstaunlich gute Fotos zustande bringt.


Nach einer ruhigen Nacht in unserer kleinen Wagenburg am Kap fahren wir am Sonntag morgen weiter … heute hier morgen dort 🎶.
Halt! Nicht ohne endlich mal eine Hommage auf einen Gesellen loszuwerden, dem man hier an jeder Straßenecke begegnet: Dem XXL-Kaffeeautomaten! Er akzeptiert alle gängigen Zahlungsmittel und spendiert 20 verschiedene Sorten Kaffee. 24/7. Überall.





