Hiumaa: Sommer, Sauna, (Tule)torn

Montag, 13. bis Donnerstag 16. Juli 2026: Aller guten Inseln sind drei.

Eine geht noch: die zweitgrößte estnische Insel Hiumaa erreichen wir nach einer einstündigen Überfahrt mit der Autofähre. Kostet 19,20 Euro, also durchaus erschwinglich. Auch auf den Fähren gibt es übrigens Seniorenrabatt.

Hiumaa ist die am dünnsten besiedelte Gegend Estlands und bringt es gerade mal auf 8,1 Einwohner pro km2. In absoluten Zahlen sind es etwa 8.500, von denen knapp 3.000 zudem in der einzigen Stadt, Kärdla, leben. Die Chancen auf dem Land einem Hiumaaner (Hiumaanesen?) zu begegnen, stehen somit eher schlecht. Im Sommer – also jetzt – sind sicherlich mehr Touristen auf der Insel als ständige Bewohner.

Da saß er fest

Vor der Abfahrt der Fähre machen wir noch ein wenig Törnplanung und ich mache mich auf die Suche nach dem örtlichen Geocache. Den finde ich auch und bemerke dabei ein Schwalbenkind, dass sich in der „Filharmonii“, einer Zelthalle für Konzerte, festgeflogen hat. Immer wieder flattert es Richtung Licht – gegen die große Glasscheibe. In der Ecke zwischen Scheibe und einem senkrechten Balken kann ich den kleinen Flattermann vorsichtig in die Hand nehmen und nach draußen bringen, wo er sofort durchstartet und sich einem Trupp Artgenossen anschließt.

Ohne Frage das Animal of the Day!
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Fähranleger ist unten im Süden, wir fahren auf die Halbinsel im Westen nach Kalana

Auf Hiumaa angekommen, geht es geradewegs Richtung Campingplatz, mit Zwischenstopp bei einem netten Geocache und einem ebenfalls netten kleinen Öpperada, einem Lehrpfad.

Ein HoGo steht im Walde …

Das Flüsschen hat sich tief eingegraben und sein Wasser ist rötlich, da muss also Eisen im Spiel sein. Das erklärt der Lehrpfad aber nicht, es geht um Marder und Nerze.

Für mich geht es aber vor allem um Blaubeeren! Soweit das Auge reicht, wachsen hier Blaubeerbüsche (und Wachtelweizen). Einfach unwiderstehlich!

Letzter Stop ist der Coop – allerdings täuscht das schöne große Gebäude: Der Lebensmittelladen ist nur im rechten Teil untergebracht, ein winziges vollgestopftes Lädchen, dessen Produktpalette aber von der Badeente über Champagner bis zu Käsitöö reicht. Dafür ist das Angebot an frischen Lebensmitteln eher überschaubar, zumal ausverkauft.

Da kommt uns dann doch das Angebot auf dem Campingplatz am Yachthafen von Kalana recht gelegen: Ein bayerisches Restaurant aus Tartu macht sehr überzeugend Werbung mit einem fahrbaren Outlet, dass deutsche Bratwurst (saksa praevorstid), bayrisches Bier und Pfalzi veinid anbietet 😂.

Das Angebot nehmen wir dankend an, bekommen auch eine Übersetzung und entscheiden uns für Bratwurst mit Kartoffelsalat und Karrikastme (Currywurst mit Rösti). Leberkäs ist leider aus. Beides ist köstlich und auch der Pfalzi veinid, ein trockener Gewürztraminer, kann sich sehen lassen!

Sehen lassen kann sich auch der Campingplatz – die roten Holzhäuschen des Puhkeküla (Feriendorf) liegen nett verstreut im Küstenwald – und er hat mit Abstand die besten Sanitäranlagen ever! Sogar mit kostenloser (!) Sauna. Da wir aber nun schon ein Bier und einen Pfalzi veinid intus haben, wird das heute nix mit Sauna.

Auch wenn das Meer und der Strand sehr hübsch ausschauen: Zum Baden ist es einfach zu kalt 🥶. Maximal 15 Grad. Und es gibt recht viel braunes Seegras, das gerne auch mal müffelt. Der Strand ist meist steinig, ein paar kleine Sandbuchten gibt es, mit recht grobem Sand.

Am Dienstag kommen eMil und eRich endlich mal wieder zum Einsatz, Tuletorn-Tour ist angesagt. Die Halbinsel Kõpu beherbergt derer gleich zwei, den gleichnamigen Kõpu torid und den Ristna-Leuchtturm.

Über den „Fahrradweg“ holpern wir gute drei Kilometer ziemlich querwaldein, bis wir Ristna erreichen – eine Schönheit, die in leuchtendem Rot knapp 30 Meter hoch aus dem Kiefernwald emporragt. Der Turm ist ein Franzose, er wurde 1874 in Einzelteilen aus Paris importiert. Bis 1994 war er in Betrieb. Leider können wir nicht hochsteigen – der Turm ist bis August wegen Renovierungsarbeiten nicht zugänglich

Also radeln wir weiter, diesmal geht es auf einem breiten Schotterweg 10 Kilometer durch den Wald. Hiumaa ist nicht nur die am dünnsten besiedelt Gegend Estlands, sondern auch die waldreichste. Ab und an hat einer der 8,1 EW/km2 ein hübsches Anwesen in diesen Wald geklöppelt. Das sieht unglaublich schön aus – allerdings möchte ich dort nicht 6 dunkle Monate Winter verbringen.

Der Kõpu-Leuchtturm ist der wohl bemerkenswerteste in ganz Estland, wenn nicht sogar an der gesamten Ostsee. Er ist der drittälteste Leuchtturm Europas, der noch in Betrieb ist und im Baltikum einer der höchsten: Rechnet man zu den 36 Metern Höhe den Hügel hinzu, auf dem er steht, kommt man auf stolze 102 Meter! Und dann ist die Bauart natürlich eine ganz besondere! Das Trumm kommt so ganz und gar nicht leuchtturmig daher!

Um 1550 wurde dieser Turm errichtet, auf Verlangen der Hanse, um Schiffe vor der Sandbank um die Halbinsel zu warnen. Warum man den dann nicht dichter an die Küste gebaut hat? Ma waas es net. Zudem wurde Leuchtfeuer 🔥 erst ab 1649 angezündet, und das angeblich nur tagsüber. Sei’s drum!

Die Treppe hat sehr hohe Trittstufen und ist übelst steil 🥵

Der Turm wurde 1659 um ein paar Meter erhöht, 1810 baute man einen Raum für 23 Öllampen obendrauf, ab 1877 wurden verspiegelte Petroleumlampen eingesetzt, von der Weltausstellung in Paris brachte man 1900 eine Gaslaterne mit. Heute ist das natürlich alles elektrisch betrieben und einen Leuchtturmwärter braucht es seit 1996 auch nicht mehr. Bis ins Jahr 1805 musste der übrigens über eine Leiter außen auf den Turm hochsteigen. Erst dann wurde eine Treppe eingebaut.

275 Grad Panorama-Rundblick

Die hübsche Kuppel für das Leuchtfeuer ist aus Frankreich importiert und die Konstruktion (kein Kontakt zwischen Eisen und Kupfer) geht auf ein Patent von Gustave Eiffel zurück.

Als wir wieder unten ankommen, hat jemand meinen eMil geschrumpft 😅:

Hilft nix, wir strampeln die 10 Kilometer zurück zum Kalana sadam und heute nutzen wir das Angebot der kostenlosen Sauna.

Sauna in Estland geht so: normalerweise geht man nackig rein, wer das nicht mag, halt in Badekleidung. Handtuch unterlegen ist auch fakultativ, aber wenn, dann bestenfalls zum draufsetzen. Also eher finnisch. Es wird auch ständig (!) Wasser auf den Ofen gekippt und nach 5 Minuten ist der Este dann wieder draußen, hockt sich ein Weilchen ins Freie (ohne kalt abduschen) und macht das dann noch 2, 3 mal. Um dem Risiko einer Dehydrierung zu entgehen, empfiehlt der Einheimische dringend (!) ein Bier mitzunehmen – Alkohol sei zwar nicht gar so gut aber besser, als zu dehydrieren. Am Ausgang der Sauna steht dann auch ein Mülleimer, der mit leeren Bierdosen gefüllt ist.

Danach gibt’s Nudelsalat mit Frikadellen und … Fußball. Spanien wirft im Halbfinale die enttäuschend spielenden Franzosen mit 2:0 aus der WM (nicht ganz, sie dürfen ja noch um den 3. Platz spielen).

Am Mittwoch morgen verabschieden wir uns von diesem schönen Puhkeküla und steuern den nächsten Hafen an, den von Kärdla, der einzigen Stadt der Insel.

Unterwegs halten wir an der wohl skurrilsten Sehenswürdigkeit Hiumaas – wenn nicht sogar der ganzen Reise: Wir besuchen die Welt des Jaan Alliksoo.

Die Beschilderung ist zumindest eindeutig

Der ist Zimmermann und „Eiffelturmbauer“, ein Hobby, von dem wir zwar noch nie gehört haben, das aber unter Bastlern recht verbreitet zu sein scheint. Der hiesige Turm im Maßstab 1:10 ragt aber schon aus den Arbeiten der DIY-Eiffels heraus – im wahrsten Sinn des Wortes.

Erst einmal berappen wir 2 x 5 Euro Eintritt – OHNE Seniorenrabatt (den gibt es erst ab 100) und dürfen dann das Sammelsurium auf dem vollgestopften Gelände. Es ist ja beileibe nicht nur ein Eiffelturm …

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Wir haben den Eindruck, dass die Einwohner von Hiumaa ihren Schrott nicht der Müllabfuhr anvertraut sondern hier abgeliefert haben … es ist schon ziemlich messi was der gute Jaan hier zusammengetragen hat. Er ist übrigens 2025 verstorben, vermutlich wird das alles hier dann dem Verfall preisgegeben sein.

Aber nun zum Star der Angelegenheit, dem Torn.

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Es wundert uns nicht, dass es seeeehr viel Ärger mit den Baubehörden gab 😂. Das Vorläufermodell musste 2021 sogar abgerissen werden. Es wundert uns überhaupt, dass dieser „Vergnügungspark“ gegen Eintritt besucht werden darf. Ich sach mal so: Der TÜV würde den bei uns nicht abnehmen 😑.

Wir genehmigen uns noch einen Blümchenkaffee aus ebensolchen Tassen und machen uns leicht kopfschüttelnd vom Acker.

Und wer jetzt meint, dass seien zu viele Bilder, der schaue sich selbst dort um: Wir haben nur einen kleinen Bruchteil fotografiert! Allein die Souvenirabteilung des Shops wäre ein Fotoalbum wert 🙈.

Auf dem Weg zum nächsten Turm geraten wir ins Visier eines alten sowjetischen Panzers, der den Weg zum Militärmuseum der Tahkuna Halbinsel weist.

Auch diese nördlichste Landzunge Hiumaas war strategisch bedeutsames Gebiet am Zugang zum finnischen Meerbusen und mit reichlich Bunkern und Küstenbatterien bestückt. Bauherren waren erst die Zaren, dann die Sowjets im und nach dem 2. WK.

Wir interessieren uns aber mehr für die zivile Nutzung, sprich, den Leuchtturm von Tahkuna.

Er wurde zusammen mit dem Ristna-Turm auf der Weltausstellung 1871 in Paris gekauft bzw. bestellt und hier zusammengesetzt. Die gusseisernen Platten sind auf den tragenden Stützen verschraubt, innen führt eine galant geschwungene Wendeltreppe hinauf … ist halt ein Franzose, das sieht man dem Turm durchaus an, auch an vielen eleganten Details.

Immer schmaler werdend schraubt sich die Wendeltreppe hoch zur obersten Plattform auf 39,5 m; die beiden obersten Etagen sind fein mit Holz vertäfelt, damit es dem Leuchtturmwärter nicht am Ambiente mangelt.

Ich betrete die Aussichtsplattform aber nicht – die ist aus löchrigem Gusseisen, da wird mir schon schwindelig, wenn ich nur dran denke. Auch von drinnen hab ich einen schönen Blick:

Elegant bis zur Spitze

Und Volker verschafft sich draußen einen Rundumblick.

Vor der Küste von Tahkuna ereignete sich am 28. September 1994 die größte Schiffskatastrophe der Nachkriegszeit, bei der 852 Menschen aus 17 Ländern den Tod fanden. Auf dem Weg von Tallinn nach Stockholm riss mitten in der Nacht im Sturm das Bugvisier des Fährschiffs ab, durch die Laderampe drang fast ungehindert binnen kurzer Zeit Wasser ein und es dauert keine halbe Stunde, bis die Estonia unterging. In der kurzen Zeit konnten kaum Rettungsmaßnahmen erfolgen, für viele Menschen wurde das Schiff selbst zur Todesfalle, und von denen, die es von Bord schafften, starben viele an Unterkühlung im kalten Wasser der Ostsee. Die 137 Überlebenden waren zumeist junge Männer, für Frauen, Kinder und alte Menschen kam jede Hilfe zu spät.

Am Strand von Tahkuna steht ein Denkmal für die Toten, vor allem für die Kinder der Tragödie der Estonia. Für die, die beim Unglück umkamen und für die, die Eltern, Geschwister und Angehörige verloren.

Das Denkmal steht an der Stelle, die dem Schiffswrack am Nächsten liegt. Seine an einem kreuzförmigen Pendel aufgehängte Bronzeglocke – eine Sturm- oder Totenglocke – läutet bei starkem Wind von selbst. Vier Kindergesichter schauen in jede Himmelsrichtung.

PS: Gerade wo ich das schreibe, stehen wir am Hafen von Heltermaa und warten auf die Fähre nach Rohuküla auf dem Festland. Da kommt sie an ⛴️ und öffnet die Bugklappe 😨. Aber nein: Wer jetzt Angst hat, mit einer Fähre zu fahren, dem sei gesagt, dass man aus diesem (wie aus fast jedem) Unglück Lehren gezogen hat und die Sicherheit der Schiffe verbessert wurde. Was auf der Estonia geschah, wird sich – nach allem menschlichen Ermessen – nicht wiederholen.

Blick auf den Leuchtturm von Meer aus

Wir fahren nun zum modernen Hafen von Kärdla und ergattern einen sehr schönen Stellplatz mit „Vorgarten und unverbautem Blick aufs Meer.

Von Kalana (F) über Hiuumaa Eiffel Tower (G) und Tahkuna Tuletorn (H) nach Kärdla sadam (I), 73 km

Wir sputen uns auf eine Stadtbesichtigung per Fahrrad und sind sehr angetan von dem hübschen Städtchen mit seinen entzückenden Häusern. Ich glaube, ich lasse mir eines einpacken und nehme es mit.

Das Pikk maja, das lange Haus, ist das größte von allen, ganze 60 Meter lang! Es war das Haus, in dem die CEO’s der hier ansässigen Tuchfabrik residierten.

Das Pikk maja beherbergt heute ein Museum

Diese Fabrik machte Kärdla erst zu dem, was es heute ist. Ursprünglich ein Dorf schwedischer Siedler, wurde Kärdla (deutsch: Kertel) zu einer modernen Industriestadt im Kleinformat. 1830 wurde sie von den Baronen von Ungern-Sternberg – alter deutsch-baltischer Adel – erbaut, die meinten, mit der Wolle der vielen Schafe der Insel, müsse doch Geld zu machen sein. Und in der Tat waren die feinen, luxuriösen Wollstoffe überall sehr begehrt. Um die Arbeiter an die Fabrik zu binden, sorgten die Fabrikbesitzer für das, was wir heute Infrastruktur nennen, Einkaufsmöglichkeiten, Schule, Krankenversorgung und man gab den Arbeitern ein Stückchen Land und einen günstigen Kredit, um darauf ein kleines Haus zu bauen. So entstand im Laufe der Jahre eine gut organisierte Arbeitersiedlung – eine Gartenstadt, wie es sie auch anderenorts in Europa gab.

Im Herbst 1941 wurde die Fabrik im Zweiten Weltkrieg zerstört, aber viele der Holzhäuser sind erhalten. In einem der Vorarbeiterhäuser lädt uns ein nettes Café zu einem Päuschen ein.

Es ist wirklich überaus idyllisch hier! Shabby chic vom Allerfeinsten ☺️.

Gut gestärkt schauen wir uns im kleinen Museum von Hiumaa im Langen Haus um und fahren dann zu einer weiteren Attraktion, den artesischen Quellen. Deren Ursprung liegt 455 Millionen Jahre zurück, zumindest indirekt. Damals schlug ein riesiger Meteorit an genau der Stelle ein, an der sich heute Kärdla befindet (zur Erinnerung: wir befinden uns im Silurmeer am Äquator) und grub einen gigantischen Krater von 4 Kilometern Durchmesser 200 Meter tief in den Meeresboden. Zig geologische Zeitalter und ein paar Eiszeiten später ist von diesem Krater zwar kaum mehr etwas zu sehen, aber Kärdla liegt mitten drin in einer Mulde und das Grundwasser am Boden dieser Mulde steht unter Druck:

Andrew Dunn derivative work: Mstroeck (talk) – Artesian_Well_DE.png, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6348743

An einigen Stellen hat man es mit 10-15m langen Rohren „angezapft“ und es sprudelt mit ordentlichem Druck heraus (auf dem Bild ist der Hahn zu, da geht viel mehr!). Das Wasser ist kalt, kristallklar und überaus begehrt. Ständig kommen und gehen Menschen zu Fuß, mit Autos, per Fahrrad, füllen Kanister und Flaschen, einer kippt das Stöffchen sogar per Gießkanne in seinen Wohnmobiltank.

Auf meine Frage, wofür das Wasser denn gut sei – happiness, health, everlasting youth or perhaps only for making an good coffee -, antwortet eine Frau lachend: For all … und zieht mit ihren Kanistern von dannen! Also genehmigen wir uns ein paar kräftige Schlucke. Schmeckt ein klitzekleines bisschen nach Schwefel und Eisen, aber wenn’s schee macht 🤷🤷‍♀️.

Wir genießen den Abend in unserem Vorgarten, nicht im Bild die flatternde Wäsche, die in Abendsonne und Wind ratzfatz trocknet.

Während des Fußballspiels England-Argentinien schaue ich immer mal wieder aus der Tür zum Sonnenuntergang.

Der schenkt uns gegen 23:30 Uhr ein wunderschönes Farbspiel in pink und himmelblau, mit dem wir uns dann auch ins Bett verziehen (es ist aber auf Volkers Seite nicht auf meiner).

Die KI hat nur einen Laternenmast eliminiert, ansonsten ist das Bild unbearbeitet!

Den Engländern war der Himmel indes nicht hold, die wurden nach einer 1:0 Führung am End von Argentinien knallhart 1:2 abserviert.

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Am Donnerstag heißt es Abschied nehmen von Hiumaa, das tun wir mit unserem letzten Turm, dem Hiiumaa Tuuletorn oder Hiumaa Wind Tower (ja: mit 2 uu ist es ein Windturm und mit einem u ein Leuchtturm).

Das auffällige Gebäude hat eine Fassade aus Blech, das im Sonnenlicht glitzert und immer neue Muster reflektiert.

Der Wind Tower wurde 2020 eröffnet als Erlebniszentrum für Jung und Alt mit einer modernen Ausstellung über Natur und Kultur Hiumaas und der höchsten indoor-Kletterwand des Baltikums. Die ist 20 Meter hoch und reicht vom Kellergeschoss über 5 Etagen!

Im „rock bottom“ erwartet uns die Unterwasserwelt Hiumaas …

… und von da steigen wir immer weiter hinauf durch die Geschichte der Insel, Natur und Kultur, die wir mit Geschichten und vielen interaktiven Stationen erleben können.

Da gibt es „normale“ Ausstellungen über die Landschaften, einen Kauplus-Laden aus der Sowjetzeit mit dem „Schoty“, dem allgegenwärtigen Abakus, der noch bis in die 90er Jahre auf dem Lehrplan (post-)sowjetischer Grundschulen stand und mit dem noch länger in Lebensmittelläden, auf Wochenmärkten und an Kinokassen gerechnet wurde.

Es gibt eine Windkammer, in der man sich heftig durchpusten lassen kann, einen Raum, der Wetter simuliert (zum Glück nur auf dem Bildschirm) und Nestschaukeln vor stimmungsvollen Bildern.

Ganz oben darf natürlich eine Aussichtsplattform nicht fehlen.

Nach einem Kaffee geht es dann noch ein paar Kilometer weiter nach Heltermaa und mit der Fähre in einer Stunde zurück auf’s Festland nach Rahuküla. Von dort fahren wir gleich weiter nach Happsalu.

Die Straßen in Estland sind eine wahre Freude
Von Kärdla (I) nach Haapsalu (J), 48 km

Auf dem kleinen Campingplatz Pikseke hatten wir reserviert, keine schlechte Idee, denn er ist am Abend proppenvoll!

Es ist mal wieder Zeit einen Blick auf unsere bisherige Gesamtstrecke zu werfen. Letzten Dienstag waren wir 7 Wochen in Baltikum unterwegs und haben dabei etwa 2.500 km zurückgelegt. Wir fahren bis heute durchschnittlich 48 km pro Tag. Uns verbleiben noch etwa fünf Wochen im Baltikum. Geplant sind in Estland noch Tallinn, die phantastischen Nortküste Estlands, Tartu, zurück nach Lettland, durch den Gauja Nationalpark, und dann schauen wir mal … immer weiter gen Süden, durch Litauen zur Suwalkie Lücke nach Polen. Bis dahin liegen noch etwa 1.500 km vor uns. Es bleibt spannend und sehr, sehr schön.

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