Dienstag-Donnerstag, 18.-20. August 2026: Ein FTF und noch mehr versalzenes Wasser

Nomen est omen, kann man in Druskininkai mit Fug und Recht sagen, denn das litauische druska bedeutet Salz und auf Salz bzw. auf Salzwasser beruht das Renommee der Stadt als Kurort und Heilstätte. Schon 1794 bestätigte der (letzte) polnische König Stanislaus August Poniatowski per Dekret Druskininkai als Heilstätte. Die Russen behielten den Status bei, und Zar Nikolaus I. errichtete hier 1837 das erste Sanatorium für Beamte des Russischen Reiches.
Wir richten uns auf dem einzigen Campingplatz der Stadt ein und sitzen am Dienstag das Regenwetter aus. Volker bemerkt, dass ganz in der Nähe (ca. 200 m) neuer Geocache liegt, der noch nicht gefunden wurde und so gelingt uns das Kunststück, in Litauen einen FTF zu loggen 🏆️.

Am Mittwoch sieht es aber wieder recht freundlich aus, also starten wir zu einer kleinen Besichtigung. Druskininkai verfügt über eine umfängliche Touri-Broschüre (sogar auf deutsch), nur leider liegen die für uns interessanten Dinge wie eine Käserei, das Salz- und das Baumkuchenmuseum ziemlich weit außerhalb und es führt auch kein Radweg hin, nur die ziemlich befahrene, schmale Straße ohne Randstreifen. Und auch die im Prospekt ausgewiesene Bootsfahrt zum Kloster Liskiava können wir streichen, denn das Schiff hat seinen Betrieb eingestellt und liegt nur noch als Gastroschiff am Anleger.
Dann halt nur eine kleine Radtour 🤷♀️. Wir sind eh nicht mehr sehr motiviert, der Kopf ist voll, wir vertragen nur noch „leichte Kost“. Ein gut ausgebauter Radweg führt zunächst durch den Stadtwald und im Bogen am Ufer des Nemunas entlang, das mal flach, mal steil daherkommt.



Der Radweg ist nicht lang, nur ein paar Kilometer und flugs sind wir im Kurviertel der Stadt. Hier tritt das Wasser der „Schönheitsquelle“ zu Tage – eigentlich ist es keine wirkliche Quelle, zumindest keine natürliche, sondern ein Bohrloch von beachtlichen 327 m Tiefe aus dem Jahr 1965.
Der Hinweis, dass man es nicht trinken soll, ist aber nicht am Brunnen, sondern 50 Meter daneben auf einem Hinweisschild angebracht.


Das Wasser für die Trinkkuren gibt es in der Trinkhalle, aber auch das fällt unter die Kategorie ungenießbar.



Da trinken wir dann doch lieber ein Bier auf dem zur Kneipe degradierten Ausflugsdampfer Druskininkai.
Irgendwie werden wir mit dieser Stadt nicht so recht „warm“, alles wirkt irgendwie steril, es ist auch alles ziemlich ausgestorben, nur das ein oder andere Mütterchen schlurft mit dem Rollator durch die gepflegten Parkanlagen und das Prunkstück, das ehemalige Stadtschloss (jetzt Museum), wird renoviert und ist in Gerüste gepackt.

Ganz hübsch ist der Labcache, der uns 5 besondere Bänke zeigt, die besonderen Persönlichkeiten der Stadt gewidmet sind, Wissenschaftler, Schriftsteller und Künstler.





Top Act ist einmal der französisch-amerikanische Bildhauer Jacques Lipchitz, in Druskininkai geboren, und ein Herr Mikalojus Čiurlionis, Maler und Komponist, der in Druskininkai seine Sommerurlaube verbracht hat. Ob Čiurlionis hier die angeblich heilende Wirkung der Wässer ausprobiert hat, wissen wir nicht, falls er es tat hat es nichts genützt, er starb bereits mit 35 Jahren. Druskininkai widmet im nicht nur eine Bank, sondern gleich ein ganzen kleines Museum und seine Bilder zieren die städtischen Grünanlagen.



Den Rest unserer Eindrücke von Druskininkai packe ich in eine kleine Diashow – wie schon gesagt, wir sind nicht so recht warm geworden mit der Stadt.


















