Nachsitzen: Litauisches ethnologisches Museum

Sonntag, 16. August 2026: Rumšiškės, Nähe Kaunas

Am großen Freilichtmuseum in Rumšiškės sind wir am 6. Juni auf dem Weg von Kaunas nach Trakai mal gediegen vorbei gerauscht. Warum? Wir wissen es nicht (mehr).

Nachdem wir die jeweiligen großen nationalen Freilichtmuseum in Lettland und Estland besucht haben, darf nun das litauische freilich(t) nicht fehlen! Es ist das älteste seiner Art in den baltischen Ländern, 1974 eröffnet, und flächenmäßig mit stolzen 195 Hektar sogar das größte ethnografische Museum in Europa. Zum Glück darf man das Gelände mit dem Fahrrad erkunden, zumindest wir würden das zu Fuß gar nicht hinkriegen. Da kommen locker 10 Kilometer zusammen.

Wie üblich sind die Häuser und Gehöfte aus allen Regionen des Landes zusammengetragen worden, und wenn wir ehrlich sind: es sieht nicht anders aus als in LV und EST.

Einen Unterschied macht allerdings hier die kleine Stadt, die im Zentrum des Parks aufgebaut wurde. Die Häuser sind von Mitte/Ende 19. Jahrhundert und jünger. Zwei Kirchen, Gasthäuser, Wohngebäude und Geschäfte, verschiedene Handwerkerstuben, eine Schule …. und es gibt am End etwas außerhalb ein historisches Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert. 

Die vielen Bauerngehöfte sehen alle gleich aus 🙈: Wohnhaus, Scheune, Stall, Kornspeicher. Ein großer Koch-Wohn-Schlaf-Arbeitsraum und 1, 2 kleine Schlafkammern. Banausen wir 🤷. Unterschiede: In LIT keine Sauna und viele Kopfkissen 🤣.

Es ist innen wie außen alles wunderschön hergerichtet, die Blumenpracht der Bauerngärten ist allein schon einen Besuch wert! In jedem Wohnhaus sind Frauen in historischen Kostümen – leider sprechen sie kein Englisch. Wir können selbstgebackene süße und herzhafte Brötchen kosten, altes Parfum auftragen, in der Stadt zuschauen, wie gewebt wird und wie man Bernstein bearbeitet. Und kaufen kann man die handwerklich hergestellten Dinge auch!

Weil ich es einfach nicht schaffe, aus den vielen schönen und/oder informativen Fotos nur ein paar wenige auszuwählen und die noch in eine Geschichte zu verpacken, hier die längliche aber immerhin sortiert und leicht kommentierte Diashow:

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Man sieht auf jeden Fall, mit wie viel Hingabe und Sorgfalt dieses Museum gestaltet ist. In den Häusern hocken die Frauen auch nicht einfach rum und warten auf Besucher, sie putzen Fenster, wischen Staub, jäten Beete oder gießen die Blumen.

Besonders in Erinnerung bleiben wird uns die Frau im Herrenhaus, die uns mit Händen und Füßen und sehr wenigen Brocken Englisch voller Stolz die Räume gezeigt hat, die Gemälde erklärt und die Einrichtung. Irgendwie hat es geklappt! Als ich ihr als kleines Dankeschön eines meiner Schlüsselbänder geschenkt habe, war sie restlos begeistert und hat uns auch noch ihre privaten Fotos gezeigt😂🤗.

Nach knapp 5 Stunden sind wir „durch“ und haben nun aber auch wirklich jeden Winkel der baltischen Länder in allen Jahrhunderten bis zurück zum 17. „besucht“. Alle drei ethnografischen Museen sind auf jeden Fall einen ausgiebigen Besuch wert. Am besten kommt man in der Saison (Mitte August ist schon etwas spät!) und am Wochenende, dann sind Vorführungen und man bekommt viel geboten. Und keine Sorge, es ist auch dann nicht überlaufen!

Wir packen die Fahrräder wieder auf den Träger und düsen nach Birštonas 🚐💨.

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