Herbstwech: Hamm

19. Oktober 2026: Viele Lichter und ein Wahrzeichen

Als kleine Zwischenstation haben wir das westfälische Hamm eingeschoben. Hamm hat um die 180.000 Einwohner und liegt an der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland. Hier wurde früher viel Steinkohlebergbau betrieben und eine der Zechen, Radbod, hält den unglückseligen Rekord des schwersten Grubenunglücks des deutschen Bergbaus: 1908 starben bei einer Explosion unter Tage und dem dadurch ausgelösten Grubenbrand 350 Bergleute.

Wo Kohle ist, da sind auch Stahl und Eisen: In Hamm war es die Drahtindustrie, die die Stadt groß machte. Außerdem war hier um 1850 einer der größten Rangierbahnhöfe Europas!

Das alles ist lange vorbei. Die letzte Zeche schloss 2010. Heute ist Hamm eine Stadt im Wandel und ich denke, die Hammer*Innen (oder heißen die genderneutral Hämmer?) machen das ganz gut: Draht- und Stahlverarbeitung spielen immer noch eine große Rolle, ebenso die Logistik. Daneben fördert das CreativRevier Handwerk, innovative Betriebe und startups. Auch Neues Wohnen, z.B. eine tiny-Haus-Siedlung, eine Menge Grün und viele Kultur- und Freizeitangebote runden das Bild ab.

Und Kultur und Freizeit nutzen wir, nämlich das alljährliche Herbstleuchten im Maxi(milian)park. Unser Stellplatz ist nur wenige Hundert Meter vom Eingang des Maxiparks entfernt – immerhin drei kostenlose ausgewiesene WoMo-Plätze mit ohne alles für umme.

Besser als garnichts: Kostenlose Gästeparkplätze für Wohnmobile

Der Maximilianpark war mal eine Zeche, die wurde schon 1984 in ein schönes Freizeitgelände für die damalige LaGa umgewandelt. Hier steht auch das Wahrzeichen von Hamm – das verraten wir aber erst später.

Wir genehmigen uns ein Ruhrpott-3 Gänge-Menü bestehend aus Currywurst, Pommes und einem Bier und weil es danach noch hell ist, machen wir noch einen Abstecher ins Schmetterlingshaus.

Die flatterhaften Geschöpfe schlüpfen aus Puppen, die alle Woche aus Schmetterlingsfarmen in Costa Rica angeliefert werden. Man glaubt ja kaum, wie ein handgroßer Schmetterling in einen so kleinen Kokon passt. Da bekommt das Wort Falter eine ganz neue und anschauliche Bedeutung 😂.

Neben den Schmetterlingen gibt es auch RIESIGE Heuschrecken, die sind aber zum Glück eingesperrt – hoffe ich zumindest – oder so gut getarnt, dass man sie in dem urwaldähnlichen Schmetterlingshaus nicht entdeckt.

Als wir wieder rauskommen (Obacht dass kein Schmetterling auf einem drauf sitzt, das machen die ganz gerne) ist es draußen dunkel und das Leuchten hat begonnen.

20261019_185924

Es ist alles ganz nett und eine schöne Stimmung im Park- zumal wir anfangs noch ein gratis Abendrot dazu bekommen. Das Highlight aber haben wir uns für den Schluss aufgespart. Taaadaaa! Oder besser: Töörööö.

Das Wahrzeichen von Hamm: Der riesige Glaselefant!
1984 wurde das Gebäude der ehemaligen Kohlenwäsche zu einem riesigen begehbaren Glaselefanten umgebaut. Wir fahren mit dem Aufzug im Rüssel nach oben – dort im Palmengarten ist Kunst ausgestellt, mechanische Spielereien wie der Fensterputzer aus der Slideshow (der schrubbt wirklich) und farbenfrohe Collagen aus Fotografie und Malerei.

Nachdem wir den Giganten aus allen Richtungen und in allen Farben bewundert haben, geht’s zurück ins HoGo.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert