Dienstag, 13. Oktober 2026 bis zum 23. oder 24.10.
Tag 1 und 2: Prolog in Freudenberg (bei Siegen)
Endlich wieder on the road! Nach etwa 6 Wochen zu Hause scharre ich schon wieder mit den Hufen 😂. Da kommt das diesjährige Siemenstreffen gerade recht. Das findet diesmal am Wochenende 16.-18.10. in Münster statt und wir basteln uns einen kleinen Urlaub drumherum.
Am Dienstag steht noch Physiotherapie und Lymphdrainage für uns alte Leut‘ an, dann die Fahrräder aufladen, Haus final checken und gegen 12:30 Uhr ab auf die Piste. Es nieselt die ganze Fahrt über und auch unser Zwischenziel Freudenberg empfängt uns gegen 15 Uhr mit Trisswetter.

Dem wirken wir mit einem Anleger entgegen (Riga Black balsam cherry 😋) und machen uns dann mit Schirm, Charme und Kappe auf ins Ort zum Sightseeing. Scheint nämlich eine ganz nette Altstadt zu haben, dieses Freudenberg.
Gleich um die Ecke vom Stellplatz belehrt uns ein Hinweisschild, dass „ganz nett“ die falsche Kategorie ist: WELTBEKANNT sei der Alte Flecken, wie der historische Ortskern aus dem 17. Jahrhundert hier genannt wird. Tja, da sind wir mal wieder schlecht informiert, wir Banausen. Hätten wir mal jemanden in Tokio, Buenos Aires oder Timbuktu gefragt, die hätten uns sicherlich viel über das weltbekannte Freudenberg erzählen können. Aber so müssen wir es jetzt selbst rauskriegen.
Zu diesem Behufe begeben wir uns in den Bürgerpark, auch Kurpark genannt, der sich auf einem opulenten Hügel über eben jenem alten Flecken erhebt. Piccobello alles hier, wahrscheinlich haben sie einen Litauer für’s Rasenmähen angestellt 😂. Unterwegs und vor Ort treffen wir auf eine Einwandererfamilie auf Urlaubstour und eine Mexikanerin auf Geschäftsreise. Also wirklich sehr international hier! Beide hatten aber auch noch nie was von Freudenberg gehört.
Aber Spaß beiseite, der Ortskern ist wirklich ein Hingucker!


Die einheitlichen schwarz-weißen Giebel in Reih und Glied und alles schön auf Abstand sind eine Rarität und gelten als eines der schönsten historischen Stadtbilder Deutschlands und als Kulturdenkmal internationalen Ranges. Da haben wir mal wieder echt was gelernt und sind angemessen beeindruckt! Wenn einer eine Reise tut ….
Unsere schlaue Tochter hingegen mit ihrem unverwechselbaren Humor konstatiert lakonisch, das sähe aus wie bei ihnen zu Hause: Alles grau, schwarz und weiß und rechtwinkelig. 350 Jahre altes Neubaugebiet 🤣🤣🤣. Und da hat sie völlig recht, denn das alles wurde nach einem großen Stadtbrand 1666 komplett in einem Zug neu wieder aufgebaut.

Am Fuße des Kurpark-Hügels angekommen, schlendern wir durch die malerischen Gassen, die auch bei dem trübseligen Wetter nett anzusehen sind. Einige hübsche Geschäfte mit Dekokram und Handwerkskunst (das nennen wir künftig wie die Esten Käsitöö) tun ihr Übriges


Wir steuern die ultimative Schnitzelkneipe an, den Pinsel, jedoch ist dort auf ein Schild gepinselt, dass es heute nix zu essen gibt 🙁. Das Hotelrestaurant Flecker ist uns zu teuer, also kehren wir Zum Knoten ein und fühlen uns in dem urigen Witshaus auf Anhieb sehr wohl. Neben leckerem regionalem Bier serviert man hier sogar Weine aus Deutschland und Norditalien.
Auf unsere Frage, was er denn zu Essen empfiehlt, antwortet Wirt Andreas zwar schlagfertig: „Ein anderes Lokal“ 😜, aber wir sind mit Frikadelle, Bruschetta und Flammkuchen am End bestens bedient.
Der Mittwoch Morgen begrüßt uns mit deutlich freundlicherem Wetter und das nutzen wir für einen weiteren Ausflug 🚴🚴♂️ in und um Freudenberg.
Ausflug ist wörtlich gemeint: Kilroy schaut sich für uns den Alten Flecken noch einmal aus der Vogelperspektive an!


Am Aussichtspunkt ist es schon wieder international: Wir treffen auf den jungen Inder Guru und führen ein nettes Gespräch auf Englisch. Guru hat seine Frau nach Siegen gebracht, wo sie nun Maschinenbau studieren wird („I came to drop off my wife 😂“) und beide haben sich vorher 2 Wochen lang Deutschland angeschaut. Und Amsterdam.
Danach drehen wir noch eine kleine Runde durch den Ort – wirklich absolut bezaubernd, erst recht bei Sonnenschein.




Und dann radeln wir über den Kultur-Flecken-Weg, wo im schönen Wald allerhand Kunst und Sinnsprüche zu sehen sind. Das Ganze ist in einen Geocache verpackt, aber leider haben wir wohl eine Aufgabe nicht richtig gelöst, denn an unseren Finalkoordinaten werden wir nicht fündig. Nun ja 🤷♀️.


Gegen 15 Uhr düsen wir dann weiter über A45 und A1 ins

nach Münster. Auf dem proppenvollen Camping platz ergattern wir mit Ach und Krach noch ein Stellplätzchen vor dem Sanitärhäuschen.
Ein super Platz istbdas hier, piccobello gepflegt, 1A Sanitäranlagen (sogar ein Bügelzimmer und ein Bad für Hunde gibt es), ein duftendes Kräutergärtchen für die Camper und eine sehr nette Gaststätte auf dem Gelände, der Wersetiger. Da genehmigen wir uns ein Bierchen und ein leckeres Abendessen bevor wir uns mit einem alten Münster-Tatort auf das Wochenende einstimmen.



