Tag 3 bis 6, 14. bis 19.10.2026: Münster
Wir kommen am Mittwoch nach knapp 3 Stunden Fahrt in Münster an und ergattern auf dem proppenvollen Campingplatz mit Ach und Krach noch ein Stellplätzchen vor dem Sanitärhäuschen. Hätten wir nicht gedacht, dass es hier unter der Woche so voll ist 😅!

Ein super Platz ist das hier, piccobello gepflegt, Kunst und Deko überall liebevoll arrangiert, 1A Sanitäranlagen (sogar ein Bügelzimmer und ein Bad für Hunde gibt es), ein duftendes Kräutergärtchen für die Camper und eine sehr nette Gaststätte auf dem Gelände, der Wersetiger. Da genehmigen wir uns ein Bierchen und ein leckeres Abendessen bevor wir uns mit einem alten Münster-Tatort auf das Wochenende einstimmen.

Donnerstag, 15. Oktober: Tatort!
Der Donnerstag steht ganz im Zeichen von Mord und Totschlag 😜. Für den Nachmittag haben wir eine Tatort-Stadtführung gebucht und vorher geht es bei herrlichstem Herbstwetter 🍂🌞zu Fuß auf Verbrecherjagd um den Aasee. Eine Kaffeepause auf dem Ponton des Restaurants A2 versüßt uns den herrlichen Spaziergang – und all die gut gelaunten Menschen, die den goldenen Oktober genießen☺️.









Um 16 Ihr treffen wir uns am Domplatz mit Robert, unserem Tatort-kundigen Stadtführer vom Touristik-startup peoplesxplaces.


Robert macht das wirklich gut, mit Schwung und Humor, und wir kaufen ihm ab, dass er ein Fan des Münster-Tatort ist und das nicht nur „gelernt“ hat. Er studiert seit 3 Jahren in Münster Englisch und Geschichte auf Lehramt und lässt immer auch ein wenig Stadtgeschichte in die „Tatorte“ mit einfließen. Wirklich eine gute Führung, allerdings ist der Preis mit 25 Euro p.P. auch recht happig.
Ein wenig Sightseeing gibt es natürlich automatisch dazu.

Er war früher Zentrum eines Klosters – Monasterium – Münster


Als wir gegen 18 Uhr fertig sind steht uns der Sinn nur noch nach einem schönen westfälischen Gasthaus und wir kehren im Kleinen Kiepenkerl ein. Volker ist mutig und bestellt ein Münsteraner Töttchen – laut Karte ein Ragout aus Rind-, Schwein- und Kalbfleisch, Schweineherz und Schweineschwarte. Das ist wohl die Touristen-Version, denn das Original enthält wenig bis kein Fleisch, sondern fast nur Innereien. Das hiesige wird im Löwenkopf-Töpfchen serviert und schmeckt gar nicht so übel, vor allem, wenn man ordentlich Worcestersauce draufkippt 😜. Ich bleibe bei einem klassischen panierten Schnitzel!
Zum Abschluss gibt es noch ein wenig Münster bei Nacht – dabei ist es erst 19:30 Uhr, aber halt schon spät im Jahr.



Wir beschließen den Abend stilecht mit einem weiteren Tatort (Lakritz, 2019) und zumindest ich bin dann auch reichlich müde.
Freitag, 16.10.: Noch mehr Geocachen und der Auftakt des Siemenstreffens
Das alljährliche Siemenstreffen (5-7 ehemalige Arbeitskollegen von Volker und ich als einziger Anhang) findet dieses Jahr in Münster statt – deshalb sind wir ja überhaupt hier und nicht in der Pfalz 😜. Aber nix gegen Westfalen, es ist wirklich schön hier und Münster sowieso!
Da das Meet and Greet erst für 18 Uhr angesetzt ist, haben wir viel Zeit. Volker geht ins Kieser-Training und ich schreibe diese Zeilen. Und suche uns zum Zeitvertreib noch einen hoch bewerteten Geocache für den Nachmittag aus.
Bei dem wird uns der liebe Uwe begleiten, der ist nämlich schon früher angereist.

Wir verbringen ein paar schöne Stunden im Schlosspark nebst Botanischem Garten.

Und am Abend treffen wir uns zum warm up erst in der Bar Celona und dann geht es mit der kleinen Ex-Siemens-Truppe ins historische Gasthaus Lewe.
Samstag, 17. Oktober: Sightseeing-Marathon Münster
Die Reiseleitung hat für Samstag gleich zwei Stadtführungen organisiert, eine historische und eine kulinarische. Es geht schon um 10 Uhr los, das heißt für uns früh aufstehen und dann im Regenoutfit in die Stadt radeln – das schöne Wetter hat sich leider erstmal verabschiedet (kommt aber am Nachmittag wieder!).
Unser Guide ist ein überaus eloquenter älterer Herr (🤭 er plaudert sein Alter später aus – 67 ist er, wirkt auf mich aber viel älter), der mit viel Begeisterung ans Werk geht und auch nicht an persönlichen Kommentaren spart. Wir beginnen im Friedenssaal im historischen Rathaus, womit wir gleich zu Beginn auch schon das bedeutendste geschichtliche Ereignis der Stadt Münster abhandeln: Den Westfälischen Frieden.
Ich möchte aber die Geschichte von Münster chronologisch erzählen, also drehen wir die Uhr mal zurück auf die Anfänge:
Besiedelt war die Gegend wohl schon seit Urzeiten, die Geschichtsschreibung hingegen beginnt mit Karl dem Großen, der die Gebiete der von ihm besiegten Sachsen* christianisieren wollte. *Die Sachsen waren ein Volksstamm im Nordwesten Deutschlands, das hat nichts mit den Einwohnern des Bundeslands Sachsen zu tun. Die bekamen ihren Namen erst später und hießen zunächst Obersachsen im Unterschied zu den ursprünglichen Niedersachsen. Kann man sich hier anschauen!).
Zu diesem Zweck schickte Karl anno 793 einen gewissen Liudger nach Münster mit der Mission zu missionieren. Als Stützpunkt errichtete der ein Kloster*, machte sich zum Bischof und baute den ersten Dom**.
* aus dem lateinischen Begriff für Kloster, Monasterium, leitet sich der Name Münster ab.
** der heutige Dom ist der dritte (1225-1246), der 1. wurde zu klein und der 2. brannte ab. Eigentlich ist er sogar der vierte, denn Nr. 3 wurde im 2. Weltkrieg fast komplett zerstört.

Um das Kloster zog man eine Mauer und die Kirche etablierte innerhalb dieser Mauern ihr eigenes Rechtssystem, die Domimmunität. Drumherum entwickelte sich die bürgerliche Stadt die von einem Rat alter, weißer und reicher Männer regiert wurde.

Die Stadt an der Via regia und der Salzstraße wurde zu einem wichtigen Handelsplatz und Mitglied der Hanse, bekam Stadtrechte, eine Stadtmauer mit einem doppelten Graben, zahlreiche Kirchen und prächtige Kaufmannshäuser.
Das hätte nun alles schön so weitergehen können, tat es aber nicht. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war die glorreiche Zeit der Hanse vorbei, die Städtebünde zerbrachen, die Kaufleute und mit ihnen die Stadt prosperierten nicht mehr wie zuvor. Immer schon lagen sich in Münster der Rat der Stadt und der Fürstbischof im Clinch. Und nun brachte die Reformation das Fass zum Überlaufen. Überall wurde der jahrhundertelang praktizierte Katholizismus in Frage gestellt, „Protestanten“ predigten zig neue Lehren, die zudem durch das noch neue Medium des Buchdrucks rasche Verbreitung fanden. Kurzum: Die Menschen wussten nicht mehr, was sie denn nun glauben sollten. Ein idealer Nährboden für vermeintliche Heilsbotschaften.

Die brachte hier eine Gruppe radikaler Reformatoren/Reformierter, die sich selbst als Täufer oder Wiedertäufer bezeichneten. Ihre Vershwörungstheorie 🤭 Heilsversprechen lautete: Wer sich als Erwachsener erneut taufen lässt – und nur der – kommt in den Himmel und das sehr bald, denn das jüngste Gericht steht bevor!
Eine Gruppe, die die Calvinisten aus den Niederlanden verjagt hatten (die holländische Grenze ist nur ca. 60 km entfernt!), fand mit ihren Anführern Jan Mathys und Jan van Leiden 1533/34 Zuflucht in Münster und wurde vom Stadtrat, der zum reformierten Glauben übergetreten war, mit offenen Armen aufgenommen. Die verbliebenen Katholiken und moderate Reformierte sahen Unheil kommen und verließen die Stadt. Da wundert es kaum, dass sich bei der turnusmäßigen Ratswahl 1534 die neuen „Mitbürger“ prompt durchsetzten.
Sobald die Wiedertäufer in Münster das Sagen hatten, schufen sie rücksichtlos das, was sie das „Neue Jerusalem“ nannten. Will meinen, sie zerstörten radikal das Gefüge der Stadt: Wer sich nicht taufen ließ, wurde rausgeworfen, Bilderstürmer zerstörten alles, was an den alten Glauben erinnerte, die Täufer vernichteten Kunstschätze, konfiszierten Eigentum und kollektivierten es, prägten neues Geld und verbrannten das Stadtarchiv. Sie nahmen der Stadt ihre Geschichte und schufen eine neue Realität innerhalb der Stadtmauern.
Außerhalb hatte Bischof von Waldeck Münster umstellt und wartete auf eine Gelegenheit zum Angriff. Die bekam er nicht, konnte aber immerhin einen der Anführer, Jan Mathys, töten, den die Münsteraner rauswarfen, weil das vollmundig versprochene Erscheinen Jesu Christi zu Ostern ausgeblieben war. Andere Quellen schreiben, er ging selbst vor die Stadttore, weil er sich von Gott geschützt für unverwundbar hielt. So oder so – dumm gelaufen 🤷♀️.
Der verbliebene Jan van Leiden wurde noch radikaler, unterdrückte jeden Widerspruch, vollstreckte eigenhändig Todesurteile und ernannte sich zum König. Und er führte die Vielehe ein (weil die Männer abgehauen oder vertrieben waren gab es dreimal so viele Frauen wie Männer in der Stadt), angeblich um der Forderung der Bibel nachzukommen: Gehet hin und mehret euch. Er selbst ging mit gutem Beispiel voran und hatte 16 Ehefrauen!
Am End kam es, wie es (hoffentlich) kommen musste: Die Revolution der Wiedertäufer scheiterte. Die Not in der belagerten Stadt und der Widerstand gegen die hanebüchenen Zustände wurde so groß, dass Überläufer den bischöflichen Truppen die Stadttore öffneten. Diese richteten dann ihrerseits ein Blutbad an und töteten 650 Männer. Jan van Leiden und sein Adlatus und Scharfrichter Bernd Knipperdolling wurden nach einem halben Jahr „Untersuchungshaft“ – will meinen Verhöre unter Folter – brutalst hingerichtet – das will ich hier gar nicht beschreiben.
Das gleiche Schicksal ereilte Bernd Krechting, dabei war der nur ein kleines Rädchen im Getriebe gewesen. Nicht jedoch sein Bruder Heinrich, der mächtige Finanzminister des Täuferreichs. Dem allerdings war die Flucht gelungen und an seinem Bruder Bernd wurde nun ein Exempel statuiert.

Mitgefangen – mitgehangen möchte man sagen.
Und Hängen – das ist das Stichwort! Denn die Leichen wurden in eisernen Körben am Turm der Lambertikirche aufgehängt zur Schau gestellt, „daß sie allen unruhigen Geistern zur Warnung und zum Schrecken dienten, daß sie nicht etwas Ähnliches in Zukunft versuchten oder wagten“.
Die Körbe hängen da noch heute.
Und auch wenn der ganze Spuk nur gut ein Jahr gedauert hat, sind manche Folgen nicht rückgängig zu machen: Zerstörte Kunstschätze, ein verlorenes Stadtarchiv und viele gewaltsam beendete Leben, aus denen vielleicht etwas Großes und Gutes hätte werden können. Wer weiß das schon.
Ich bin bestimmt nicht die Einzige, der in dieser Geschichte Parallelen zur Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 auffallen. Und durchaus auch zu einigem Geschehen und einigen Protagonisten dessen, was heute in der Welt geschieht. Wie Mark Twain sagte: „Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich oft“.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen sie ein Geschichtsbuch!
Nachdem die Täufer also vertrieben waren ging man in Münster bald wieder zur Tagesordnung über und die katholische Kirche ging durchaus gestärkt aus dem Ganzen hervor. Man einigte sich mit dem Stadtrat und Münster erlebte ein ziemlich großartiges 16. Jahrhundert wirtschaftlicher Blüte.

Die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts brachte Europa den 30-jährigen Krieg, in dessen Kriegsgeschehen das Münsterland und die Stadt Münster aber kaum involviert waren. Wohl deshalb schlugen die kriegsmüden Parteien Schweden und Habsburg bereits 1641 Münster (für die Katholiken) und Osnabrück (für die Protestanten) als Verhandlungsorte vor. Gemeinsam an einen Tisch setzen – das war für die gegnerischen Parteien ein no go! Also brachten berittene Boten Nachrichten zwischen den beiden Städten hin und her, 5 Jahre lang zwischen 1643 und 1648, bis am 24. Oktober 1648 die letzten Friedensverträge zwischen dem deutschen Reich, Schweden und Frankreich unterschrieben wurden (ob man sich am End‘ dafür zeitgleich oder wenigstens nacheinander an einen Tisch setzte, weiß ich nicht). Da es mehrere Teilkonflikte gab, gab es auch mehrere Friedensverträge. Einer besiegelte z.B. vorab die Unabhängigkeit der Niederlande von Spanien. Übrigens gab es während der Verhandlungen keine Waffenstillstände – man verhandelte, während man anderswo aufeinander schoss.


Ob die damalige Vorgehensweise, also der Weg zu dem bzw. zu den Westfälischen Frieden auch heute noch beispielhaft sein kann, das kann ich nicht beurteilen.
Sich aber noch zu prügeln, wenn die Köpfe schon abgeschlagen sind, das funktioniert nur beim Ritter der Kokosnuss: „Also gut – einigen wir uns auf Unentschieden“.
Die Delegationen waren riesig, denn neben den Gesandten gab es einen Tross von Schreibern, Leibwächtern, Dienern, Köchen usw. Die Gesandten waren zumeist in Privathäusern untergebracht, nicht immer (oder eher nie) zur Freude von deren Besitzern. Inoffiziell dazu kamen Gaukler, Taschendiebe, Händler, Schauspieler und nicht wenige Prostituierte in die Stadt. Als der Westfälische Friede in trockenen Tüchern war, kehrte also Stille ein und es wurde ziemlich leer in der Stadt.
Die folgenden Jahrzehnte waren geprägt von Konfrontationen der Stadt mit den Fürstbischöfen in deren Zug Fürstbischof von Galen eine Zitadelle errichten ließ. Heute steht dort das spätbarocke Schloss, in dem aber kein Bischof, sondern die Verwaltung der Universität untergebracht ist (siehe gestern).

Die ließ man zusammen mit der übrigen Stadtbefestigung 1764 schleifen, sie war militärisch nutzlos geworden, wie man im Siebenjährigen Krieg* hatte feststellen müssen. Seither umschließt eine prächtige vierreihige Lindenallee den Stadtkern, die Promenade, heutzutage Münsters Fahrrad-Stadtautobahn.

Besserwisserkasten: Der Siebenjährige Krieg von 1756-1763 war sowas wie der allererste Weltkrieg, denn es waren alle europäischen Mächte beteiligt. Habsburg, Frankreich und Russland stritten primär um ihre Machtposition in Mitteleuropa, Preußen außerdem um Schlesien, Großbritannien kloppte sich mit Frankreich um Nordamerika und Indien und mit Spanien um die Philippinen.
Am End kam nicht viel bei rum, jeder behielt seine Territorien, aber Preußen sicherte seine Machtstellung in Europa, Großbritannien in Übersee und Frankreich verlor an Einfluss.
1773 wurde die erste Universität in Münster gegründet, 1802 löste Napoleon das Fürstbistum auf und 1815 kam Münster zu Preußen.
Im 2. Weltkrieg wurde die Altstadt von Münster inklusive Dom fast vollständig in Schutt und Asche gelegt. Nach dem letzten verheerenden Luftangriff am 25. März 1945 konnten amerikanische und britische Panzertruppen am Abend des Ostermontags, 2. April 1945, das schwer zerstörte Münster kampflos einnehmen. Ein Offizier der US Army notierte: „It looks like Pompeii.“ (aus: Wikipedia)
Fast seit Kriegsbeginn flogen britische und alliierte Jagdbomber über 100 Angriffe. Nicht gezielt auf militärische Einrichtungen, sondern Flächenbombardements, um die Moral der Bevölkerung zu brechen. Die Taktik war hier wie anderenorts die gleiche: Sprengbomben öffneten die Dächer, Brandbomben setzten alles in Flammen, das Feuer erledigte den Rest. Die Einsätze gingen schnell, zielen musste man nicht, quick and dirty. Damals war das noch in Ordnung, heute nennt man ein solches Vorgehen Kriegsverbrechen. Bis Kriegsende fielen 32.000 Sprengbomben, 642.000 kleinere Stabbrandbomben und 8100 Phosphorbomben auf Münster. Dass „nur“ 1700 Menschen dabei direkt ums Leben kamen ist dem Umstand zu verdanken, dass die allermeisten lange vor 1945 die Stadt verlassen hatten (1942 143.000 Einwohner, Mitte 1945 < 25.000). Im Mai 1945 lebten nur noch 17 Familien innerhalb des Promenadenrings.
In der Nachkriegszeit stand Münster wie viele andere zerstörte Städte auch vor dem riesigen Problem des Wiederaufbaus. Die zurückgekehrte Bevölkerung brauchte dringend ein Dach über dem Kopf, andererseits wollte man das kulturelle Erbe nicht aufgeben und die historische Stadt zumindest in Teilen wieder aufbauen.

In Münster hielt man trotz der weiträumig ebenfalls zerstörten Infrastruktur (Straßen, Kanal, Wasserleitungen) am alten Grundriss der Innenstadt fest und baute sie in den wichtigsten Bereichen mit historisierenden Fassaden wieder auf. Zusammen mit dem Kopfsteinpflaster bietet so z.B. der Prinzipalmarkt auf den ersten Blick das Bild einer „echten Altstadt“.

Übrigens: Die KI hat nur ein paar Köpfe aus dem Vordergrund entfernt und den Hintergrund gerendert.
Wir machen das häufiger, entfernen Autos, Köpfe, Mülltonnen. Da steht dann unten links im Bild immer „KI generierter Inhalt“.
Aber es ist nichts dazu erfunden! Nur bissel aufgeräumt 😉.
Hier nun noch ein paar Impressionen aus Münster, die wir am Samstag und Sonntag aufgeschnapp(schuss)t haben. Dabei nicht zu vergessen die schöne dreistündige Kulinarische Stadtführung durch das Kuh- und Kreuzviertel am Samstag. Da gab’s Leckeres aus aller Welt, allerdings nicht aus Westfalen. Dafür sind wir abends mit der Truppe ins urige Gasthaus Stuhlmacher gegangen, direkt neben dem Rathaus.
Volker und ich sind am Sonntag nochmal in die Stadt gefahren zum Cachen, vorbei am Hafen, eingekehrt sind wir im Blauen Haus und am End noch ins Bibelmuseum zur Öffentlichen Führung gegangen. Die war allerdings fachlich nicht so prickelnd, das Mädel hat nur von mitgebrachten Kärtchen abgelesen, was eh an den Exponaten dranstand. Naja, wenn man junge Studentinnen Sonntags zu so was verdonnert …
Bleibt am Ende die Frage, warum Münster eigentlich ein solcher Publikumsmagnet ist. Sagst du jemandem, du fährst nach Münster, ist die Antwort: „Ach wie toll! Sagst du hingegen „nach Paderborn“ fragen sie dich: „Was willst du denn da“? Münster verzeichnete 2025 2 Millionen Übernachtungen und fast 20 Millionen Tagesgäste ! Kommen die wegen des Westfälischen Friedens? Da könnte man ja auch nach Osnabrück. Macht aber keiner! Die Wiedertäufer? Davon erfahren 95% der Besucher erst bei ihrer ersten Stadtführung. Die Kneipen und Gasthäuser? Da bieten Düsseldorf, Bayern und die Reeperbahn mindestens ebenso gute Ziele. Für das Münsteraner Altbier oder gar Altbierbowle kommt bestimmt auch kaum jemand. Und für ein schönes historisches Stadtbild wird in Celle, Dinkelsbühl, Goslar, Lüneburg und und und viel mehr geboten, was mindestens genauso schön und zudem wirklich historisch ist. Man könnte zum Fahrradfahren kommen, aber das ist in der Stadt nicht ganz ohne. Nur als Börne, Thiel- und Wilsberg-Fan ist man nur hier genau richtig. Warum also Münster? Und nicht Bielefeld oder Detmold?
Nun, vermutlich ist es eine Mischung aus allem, was den Charme von Münster ausmacht: Tatort, das lebendige Flair einer jungen Studentenstadt, der gut gepflegte Fahrradtourismus in und um Münster und das doch hübsche Stadtbild und vielleicht auch die westfälische Lebensart zwischen Ruhrpott und Norddeutschland.
Uns hat es jedenfalls supergut gefallen!






































