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Neuseeland März 2019

Go West

Trotz Glamping nimmt der Status unserer Verlotterung allmählich zu. Das gehört sich so. Urlaubsdemenz macht sich breit und Aufstehen vor 8 grenzt an einen Affront. 

Das ist NICHT mein Hut

Heute schaffen wir es eben mal kurz vor halb zehn vom Platz, gewaschen  zwar, aber ungefrühstückt. Letzteres machen wir in Takaka, damit wir was vom Flair dieses etwas schrägen Öko-Aussteiger-Städtchens mitbekommen. Barfuß und mit Batikshirt laufen wir zwar nicht auf, immerhin setzen wir unsere Cowboyhüte auf und ziehen keine Socken an (sind eh alle dreckig), damit wir nicht auffallen.

Gleich als erstes begrüßen uns die fridays for future Schüler mit einer lautstarken Kundgebung unter dem Applaus der Passanten.

 

Impressionen aus Takaka

Im Wholemeal serviert man uns dann ein leckeres bodenständiges Frühstück. Der große Laden ist gut besucht, Mütter in Flipflops mit Kindern auf dem Rücken, wollbemützte Männer, die nette Bedienung trägt Rasta und ist reichlich tätowiert, das große Blackboard im Eingang wird eifrig studiert. 

Peace and love ☮️☯️? bestimmen die Aura des Städtchens und über allem liegt ein leiser Duft von Räucherstäbchen.

Aber wir müssen weiter, heute ist Fahrtag. Erst mal geht‘s wieder über den heute noch trissigeren Takaka-Pass nach Motueka und dann einmal schräg runter durch bis zur Westküste.

Unterwegs gibt’s erst mal nur das Übliche: Kiefernforst, Schafe und Kühe und, mal was anderes, große Hopfenplantagen vor Tapawera.

Hinter Murchison legen wir eine Pause ein und vertreten uns auf der längsten Hängebrücke Neuseelands die Füße. Ganz schön wackelige Angelegenheit, die Swing Bridge über den Buller River.

Der kurze Walk im Anschluss bringt noch interessante Infos über ein heftiges Erdbeben von 1929 und über die Goldgräberei in der Gegend. Außerdem begegnen uns ein Fantail, eine Weka und ein neugieriger Robin. Immer wieder erstaunlich, wie wenig scheu all diese Vögel sind.

 

Animal of the Friday

Hier Volkers Aufzeichnungen: Die 6 in Richtung Westen entlang des Kahurangi National Park und Buller River … Tidecheck für die Blowing Holes an den Pancake Rocks 6:24 pm … Murchison … Tanken und Ölcheck …. Swing Bridge … Buller River Gorge ist traumhaft schön … ab der Inangahua Junction treten Kalkgesteinwände aus den dichten Waldhängen hervor … in Berlins genehmigen wir uns zur besten Kaffeezeit Flat Whites to Go … nun sind wir in der Lower Buller Gorge Scenic Reserve … überall steigen kleine Wölkchen wie Wattebausche aus den bewaldeten Hängen auf … Kilkanny Lookout …die 6 führt uns weiter entlang des Pararoa National Park  … links und rechts Urwald … super schön … und dann tut sich rechts von uns plötzlich die Tasman Sea auf … tolle Wellen, die über Felsen gischten … wilde Küste … weißer Schleier über den Küstenstreifen (wie auf dem Long Beach auf Vancouver Island) … Bilder wie auf dem Highway 1.

Leute, als wir da um die Kurve fuhren hat mich das wirklich fast umgehauen. Ich hatte einen dicken Kloß im Hals und Tränen in den Augen, so überwältigend war der Anblick dieser wilden Schönheit. Mannomann. Das kann ein Bild nicht wiedergeben, diese Urgewalt.

Und es sollte fast noch dicker kommen: Die berühmten Pancakes in Punakaiki, eine der TOP 10 Attraktionen Neuseelands. Ich wollte mich ja überraschen lassen und habe mich nicht vorher informiert (gute Idee ?), aber man denkt sich ja doch seins. Meins war so die Vorstellung einer Reisegruppe, die aus’m Bus aussteigt, 3 Schritte zum Lookoutpunkt geht, 5 Minuten Selfies von sich und den Pfannkuchenfelsen macht und dann wieder abfährt.

Pustekuchen! Das war Action pur dort, weil nämlich die eigentliche Attraktion der Pfannkuchenfelsen die Blowholes sind. Wir scheuen weder Produktionskosten noch Datenvolumen, hier sind sie:

Bitte anklicken

 

Auch anklicken Chimney Pot

Unglaublich toll! Und man läuft zwischen all diesen bizarren Felsen ganz schön weit herum, ist fast mittendrin! Wir haben zudem das irre Glück (plus ein bissel Berechnung von Volker) bei high tide, also Hochwasser/Flut da zu sein. Das Wasser schießt mit unvorstellbarem Schmackes in die Öffnungen und Höhlen und die Gischt stiebt um uns herum auf. F… unfassbar. Wir können uns gar nicht losreißen. Hier noch ein paar Bilder, aber das muss man mit eigenen ? gesehen haben. Ist unbeschreiblich.

Nahaufnahme

Abendstimmung
Ca. 2 km entfernt: „Die Socke“

Den Tag müssen wir jetzt erst mal wieder „verdauen“.

Übrigens: vom Anschlag in Christchurch haben wir natürlich erfahren ?, wir sind davon aufgrund der Entfernung nicht direkt betroffen.

 

 

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